Zum Hauptinhalt springen

Eröffnung des Baloise ParksBaloise-Boss sauer wegen Bauverzögerungen

Die Eröffnung des neuen Mövenpick-Hotels verzögert sich um ein Jahr. Nicht im Bauplan befinden sich auch die zwei übrigen Gebäude.

Ein Fabelwesen mit der Ausstrahlung eines Basilisken. Das von Thomas Schütte entworfene Kunstwerk mit schäumenden Nüstern im Baloise Park.
Ein Fabelwesen mit der Ausstrahlung eines Basilisken. Das von Thomas Schütte entworfene Kunstwerk mit schäumenden Nüstern im Baloise Park.
Foto: Kostas Maros

Zur feierlichen Eröffnung des 350 Millionen Franken teuren Baloise Parks am Aeschengraben zog Erik Julliard bei spätsommerlicher Hitze seinen grauen Kittel an. Der Basler Tattoo-Mitgründer schnappte sich Schlägel und Trommel und steigerte sich gekonnt in einen stürmischen Wirbel, während der neueste Basler Basilisk, ein vom deutschen Künstler Thomas Schütte geschaffenes Fabelwesen, enthüllt wurde und wild Dampf aus seinen Nüstern stiess.

Julliard löste mit seiner urbaslerischen Einlage einen Begeisterungssturm auf dem neuesten Stück Basel aus, wie der Baloise Park gerne genannt wird. In Sichtweite zum Bahnhof und dem dortigen Turm der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist ein Versicherungsdistrikt entstanden, der sich in seiner architektonischen Ausgestaltung mondän zeigt, in seiner ideologischen Umsetzung aber nichts anderes ist als ein grosses Bekenntnis zu Basel. Die Baloise war schon immer in Basel und wird es für immer sein.

«Das ist eine Sauerei.»

Baloise-Verwaltungsratspräsident Andreas Burckhardt

Trotzdem war der Start zu einer ganzen Reihe von Eröffnungsfeierlichkeiten nicht ungetrübt. Verwaltungsratspräsident Andreas Burckhardt äusserte unbenommen seine Unzufriedenheit über die beiden Totalunternehmen Steiner und Porr Suisse. So baslerisch-authentisch wie Julliard sich in seinem Trommelwirbel zeigte, so unverblümt sprach Burckhardt aus, was er von deren Arbeit hält: nichts. «Das ist eine Sauerei», wettere Burckhardt gegenüber dieser Zeitung und zeigte sein Unverständnis wegen der Bauverzögerungen. Im Fall des neuen Mövenpick-Hotels werden diese ein Jahr betragen. Die Art und Weise, wie die beiden Totalunternehmen Verträge umsetzen würden, entspreche nicht schweizerische Usanz, sagte Burckhardt. Er schliesst ein juristisches Nachspiel nicht aus, da die Baloise Mietverträge abgeschlossen hat, die sie nun nicht einhalten kann. Die Arbeit der beiden Totalunternehmen sei als Ganzes unbefriedigend, sagte er.

Ein Platz zum Vorbeigehen

Probleme bei Materiallieferungen und personelle Kapazitätsengpässe bei Subunternehmen waren nur einige von vielen Gründen, die etwa die ursprünglich geplante Eröffnung des neuen Konzernsitzes, einem zweiten Neubau in direkter Nachbarschaft, um gut drei Monate verzögerte. Der Baloise Park besteht zudem aus einem weiteren Bürogebäude, in dem auch das Ausbildungszentrum des Versicherers, das sich bis jetzt in Arlesheim befand, eingerichtet wird.

Arbeiten des kanadischen Fotokünstlers Jeff Wall finden sich im grosszügig gestalten Eingangsbereich der neuen Baloise-Konzernzentrale am Aeschengraben.
Arbeiten des kanadischen Fotokünstlers Jeff Wall finden sich im grosszügig gestalten Eingangsbereich der neuen Baloise-Konzernzentrale am Aeschengraben.
Foto: Kostas Maros

Ein erster Blick in die Konzernzentrale, die von den Basler Architekten Diener & Diener entworfen wurde, zeigte, dass die Baloise durchaus mutig ist, wenn es die Architektur verlangt. Die 500 Mitarbeitenden haben keine fixen Arbeitsplätze mehr. Das Interieur ist schlicht und zweckmässig gestaltet. Markant, ja überraschend präsentieren sich die acht Meter hohen Fensterscheiben, welche zum Platz hin abgerundet sind und zwei Geschosse zusammenfassen. Assoziationen zu Venedig und zum Ca’ Pesaro am Canale Grande sind ausdrücklich erwünscht.

Eines hat die Baloise allerdings nicht geschafft. Die Bezeichnung Park trifft ausschliesslich auf den Gebäudepark zu. Der öffentlich zugängliche Platz lädt weder zum Verweilen noch zum Staunen ein. Das Kopfsteinpflaster passt in dieses harte bauliche Substrat aus Beton, Stahl und Glas. «Der Eingang zur Stadt Basel», wie ihn Baudirektor Hans-Peter Wessels nannte, kann noch einladender gestaltet werden.