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Die besten Schnitzelbängg 2021Schimpansen im Unispital, ein Veloständer als Grabstein…

…und dann gibts natürlich noch eine Hampfle Bängg zu diesem fiesen Virus.

Haben sich trotzdem chic gemacht: D’ Bäffzgi.
Haben sich trotzdem chic gemacht: D’ Bäffzgi.
Foto: Bäffzgi

Ja, was ist das nun, eine Fasnacht, trotz allem? Eine Nicht-Fasnacht oder eine «FasNICHT», wie der grandiose BaZ-Kolumnist -minu schreibt? Wir wissens auch nicht so recht, aber für «e Hampfle Bängg» reichts natürlich, den Schnitzelbänggler, diesen Vers-Virtuosen, sei Dank. Die Dreydaagsfliege erteilt zuerst Lob dafür, dass es auch in diesem Jahr eine Blaggedde gibt – aber so ganz zufrieden ist sie damit nicht:

S Comité het das Joor mitre Prachtsblaggedde glänzt:
E Schnitzelbänggler und e Pfyffer und no ain, wo schränzt.
das alles uffre WC-Rolle – öppis stöört mi dra.
Sträng gno miesstis doch do druff e Schissdräggziigli ha.

Heiri on fire – hier 2019 im Mövenpick-Restaurant am Marktplatz.
Heiri on fire – hier 2019 im Mövenpick-Restaurant am Marktplatz.
Foto: Lucia Hunziker

Also bringen wirs hinter uns: Corona. Muss halt sein, auch wenn wir dieses leidigen Themas nun wirklich langsam überdrüssig sind. Heiri attestiert dem Virus doch eine gewisse Intelligenz:

Mi dunkts, dä chäibe Virus isch wirklig schampar gscheit.
Uf dr ganze Wält sy alli uf dä Chääfer yynegheit.
Mir Schwyzer, miir sy schlauer, mr wäärde wältwyt drum beniide.
Bi eus, do isch dä Virus vo Kanton zu Kanton verschiide.

Und er, der ja einer unserer liebsten Baselbieter ist, lobt auch seinen Kanton für eine, nun ja, vielleicht Bauernschläue?

Jetzt mache sy z Baasel d Bäize zue. S Baaselbiet blybt offe.
Anschyynend häit diir z Baasel ohni Abstand gsoffe.
Miir Baaselbieter syy halt braav. Miir syy mit eus im Reine.
Miir sy dehäi, und wär nid folgt, dä schicke miir in d Steine.

Eine glasklare Strategie ist selten geworden während der Pandemie. Vielmehr ist es Konfusion, die sich verstärkt bemerkbar macht. Das hat auch dr Spitzbueb beobachtet:

Dr Ali Ibrahyym uss Buus
isch wäg de Vyyre ganz konfuus:
Im Kindsgi daarf uff äi Mool dää
em Frooläin Gyysi d Hand nümm gää.

Auch Fasnächtler haben so ihre Probleme mit den Massnahmen – wie die Dipflischysser wissen:

Ain stoot im Lade ohni Masgge do
und hett derfir e Zämmeschyss bikoh
i bi in ere Gugge, sait är knapp
do ziehsch nach finf Minute d Larve ab.

D Emigrante orten auch bei den Homeoffice-Soldaten eine Missinterpretation ihrer Aufgaben:

E Rekrut leert disjoor s Ziile
Durch s Online-Egoshooter-Spiile.
S Stramm-Stoo iebt är, jedi Wett,
Dehei nur im – statt vor em Bett!

Selbstverständlich gibt es auch ganz individuelle Probleme wegen des Virus – von einem eher schmerzhaften Ereignis berichtet das Rollaator Röösli:

So, jetzt luege Sy emol my Nääsli im Profyyl:
majesteetisch, foormvolländet und grazyyl.
Si, bim Teschte im Laboor Rothen sait dää Fleegel:
«Do längt e Stääbli nit – y hool e Drummelschleegel.»

Ein paar Problemchen gibt es auch mit den Bettlern aus Osteuropa, die seit vergangenem Sommer für viele hitzige Debatten in der Stadt gesorgt haben. Die Schnapsbagge haben sich deren Geschäftsmodell zu eigen gemacht:

Z’Basel isch s’Bättelverbott (no) uffghobe – das find ych guet,
und wie ihr mergget, han ych, über dr Larve, e grosse Huet.
Dä gib ych nochhär umme und wär mir meh als e Finfliber git,
dä oder die fiehr ych denn haime – ych nimm se im Rolls-Royce mit.

S Kuchi-Daaberettli muss dagegen schlechte Nachrichten überbringen:

My Frau, die het momentan – es isch wirgglig allerhand –
wägeme Sturz der rächti Arm imene digge Gipsverband!
Si isch kirzlig in der Freye-Strooss im heggschte Booge
bim Uswyche ume Bättler iber dr näggscht Bättler gfloge.

Ging es um die Bettler, wurde es oft übermässig emotional, die politischen Debatten glichen mehr als einmal einem Affentheater, darum beenden wir das hier an dieser Stelle. Obwohl, noch nicht ganz, wir wenden uns aber der Primaten-Initiative zu. Eine wichtige Rolle haben die Schnapsbagge übernommen.

Ych bi neu kantonale Primate-Beuffdraite – ouh, hän die Freud im Zolli,
ych tritt fir d’Rächt vo däne Tierli yy und ha d’Verantwortig – die volli!
Jetzt hett dr Grossroot zuesätzlich – ych ha’s grad geschter de Affe verzellt,
mir au no grad d’BVB-Verwaltig und dr Eric Weber unterstellt.

Das Rollaator Röösli (rechts) im Jahr 2017 vor dem Alterszentrum zum Lamm. Auch 2021 wohl so ziemlich der einzige Ort, an dem ein Auftritt drinliegt…
Das Rollaator Röösli (rechts) im Jahr 2017 vor dem Alterszentrum zum Lamm. Auch 2021 wohl so ziemlich der einzige Ort, an dem ein Auftritt drinliegt…
Foto: Nicole Pont

Das Rollaator Röösli hat sogar eine Glanzidee, wie dank der Initiative im Gesundheitswesen Kosten gespart werden könnten:

Hänn Si ghöört? Jetzt kunnt denn s Grundrächt für Primaate.
Jo, d Orang-Utan griege Gschiirschpiel-Automaate.
Kreeftig spaare könntsch im Unischpittel oobe
wenn d’Schimpansen aastellsch, anstatt düüri Schwoobe.

Mitglieder des Tierreichs werden auch andernorts gefordert, etwa in unserem Nachbarkanton, wie der Fäärimaa gezwitschert bekommen hat:

Das Fääle vo dr General-Sutter-Statue – schön und glänzig,
das macht e mänggy Duube duubedänzig,
die aint oder ander empfindet sogar Groll,
will sie nümm waiss, wo sie ihry Notdurft verrichte soll.

Skurriles hat sich auch bei einer Familie im Oberbaselbiet zugetragen – Heiri hat erfahren, was genau:

Y kenn e Chind, wo Sydney häisst. Paris häisst sy Schweschter.
Dasch, wel me die döört gmacht het, erkläärt mr s Groosi geschter.
Wäisch Heiri, die mache hüt wäg jeedem Räisli grad e Gschyss.
In Gälterchinde git s e Buschi, daas häisst Homeoffice.

Blicken wir wieder stadtwärts, auf neue und alte Regierungsräte. S Kuchi-Daaberettli scheint aber noch nicht ganz überzeugt, ob es da grosse Unterschiede gibt:

Der Regierigsroot Baschi Dürr macht d Basler nimm froh.
Me wählt en drum ab, är muess sy Huet näh, muess goh.
Mit der Stephanie Eymann wird jetz alles besser uusekoh...
... Aawa? Hejo derno! Jo waas? Jää, jää! Sosoo!

Die Wanderratte hat auch noch etwas Mühe bei der Einordnung, wagt aber zumindest eine Prognose:

Bi däre Baloise-Skulptur weisch nid so rächt,
schnaubt sy vor Wuet oder goots ere schlächt.
Das zaanloose Viech us Altyyse gosse,
mit Hobbitfiess und Waalfischflosse,
gseet uss als hätt’s e Kueh in dr Schnuure kaa,
und isch woorschyling s Dänggmool fir d Ackermaa.

Es ist aber schon nicht so, dass die Ehemaligen ihren Nachfolgern nichts hinterlassen haben. Die Penetrante wissen von einem besonderen Überbleibsel im Präsidialdepartement:

Es sait der Jans, äär sig jo wirgligg driiber froo,
Es haig d Frau Ackermaa au ebbis hinterloo.
In sim Pult haig äär so zimmglig zunderscht unde
hinter Aggte so ne hällgriens Halsduech gfunde.

Und Hampe Wessels wird gemäss den Bäffzgi irgendwann in fernster Zukunft ganz speziell geehrt werden.

Nach em Abläbe kemme’s dails uff em Hörnli in d’Ärde
und anderi wänn lieber uff em Wolf beärdigt wärde.
Dr Wessels kunnt aber emol – als grieni Ikone –
in e Parkfäld vo sine uffghobene blaue Zone,
denn ringsum no e scheen begrients Gländer
und statt e Grabstai druff – e Veloständer.

Dr Spitzbueb – vor einem Jahr im Torstübli.
Dr Spitzbueb – vor einem Jahr im Torstübli.
Foto: Pino Covino

Blicken wir noch ein bisschen auf das nationale Politikgeschehen. Dr Spitzbueb widmet sich der CVP, äh pardon, der Mitte – oder wo liegt jetzt genau der Unterschied?

D CVP säit: «Bitti, bitti,
bitti saaged uns jetzt d Mitti!
Miir sinn gaar nümm soo fescht kadoolisch,
byychte numme no symboolisch.»
«Yych haa vyyl lieber», mäint dr Pfischter,
«Pharisääer statt Philischter.»
Dr Darbellay dritt in Aggzioon:
Spiilt Sündepfuul in Babyloon.
«Mir döörfe jetzt jo, drotz Verschbräche,
nach Luscht und Luune ehebräche.»
Fertig Mooses und Korinther;
grischtlig, lägg duu miir am Hinter.
Ych dängg im Stille so füür mii:
Soo isch es doch scho voorhäär gsii!

Wenig Veränderung attestiert BanggRott auch der grössten Schweizer Partei:

Es blöökt ein vo dr SVP:
«Ych ha no nie e Viirus gsee,
e Burka gsee ych au nie doo,
aber wenns dr Blocher sait, denn stimm ych Jo!»

Aber derselbe Bangg insinuiert, dass es auch in Basel ein paar Verhüllungsfans geben dürfte:

D Frau Burckhardt het e Burka aa,
dr Herr Burckhardt het au Fraid draa ghaa.
D Frau Burckhardt findet nüt do draa,
au dr Herr Burckhardt zieht si mängisch aa!

Der Leerer Lämpe hat aus dem Elsass ganz andere Sorgen vernommen:
Vom Franzi-Kuurs här kenn ych dr Jean-Jacques, äär schafft z Milhüüse.
Dä sait: «Waisch, Lämpe, miir düet s vor am wiider Schüelgaa grüüse.
Fäärnunterricht düet fir uns Leerer doch öi Stress vermyyde:
Wil iber Zoom, doo kaa aim kain so schnäll dr Kopf abschnyyde.»

Ach, das waren noch Zeiten: Die Giftspritzi vor vollen Rängen im Jahr 2019.
Ach, das waren noch Zeiten: Die Giftspritzi vor vollen Rängen im Jahr 2019.
Foto: Lucia Hunziker

Genug mit allen Gefährlichkeiten dieser Welt. Enden wir mit einer positiven Nachricht: Adela Smajic, eine Lieblingsprominente von uns Baslern, geht es Gott sei Dank prächtig. Das hätte auch ganz anders ausgehen können, erzählt die Giftspritzi.

D’Adela Smajic – Ex-Bachelorette und Wätterfee –
hesch in däm Promi-Big-Brother könne gsee,
me het si in e Ruum mit e baar Schwoobe doo.
Als Schwiizer stichsch denn halt uuse – punggto Niveau.
Die kha frooh syy, isch die deert inne gstrandet
und wäg ihrem ganze Plastigg im Körper nit in ere PET-Sammlig glandet!

2 Kommentare
    John Fischer

    insgesamt ein sehr dürftiger Schnitzelbangg-Jahrgang.