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Remo Largos letztes Interview«Schau, jetzt fühle ich mich wie ein normaler Mensch»

Mit seinen Büchern war der Kinderarzt für Millionen von Eltern ein wichtiger Begleiter. Dieses Interview hat Remo Largo kurz vor seinem Tod gegeben. Er spricht erstmals ausführlich über die Krankheit, die sein Leben begleitet hat – und das Gute daran.

«Eigentlich wäre ich sehr gerne Kinderchirurg geworden»: Remo H. Largo bei sich zu Hause in der Nähe von Uznach.
«Eigentlich wäre ich sehr gerne Kinderchirurg geworden»: Remo H. Largo bei sich zu Hause in der Nähe von Uznach.
Foto: Dominique Meienberg

Sie waren 25 Jahre alt, als eine Zigeunerin auf einem Flohmarkt in Paris Ihre Handlinien studierte. Bei der Lebenslinie angekommen, sagte sie, Sie würden mit 47 Jahren sterben.

Die Zigeunerin hat noch viel mehr gesagt, unter anderem, dass ich heiraten und Kinder haben würde. Was mich verständlicherweise schockierte, war, dass sie so konkret das Alter nannte, in dem ich sterben würde. Ich habe sie gut bezahlt, weil ich nicht wollte, dass noch mehr böse Wünsche folgen würden.

Haben Sie die Prophezeiung bald vergessen oder blieb sie in Ihrem Hinterkopf hängen?

Sie ist sicherlich hängen geblieben. Weil in den Folgejahren unglaublich viel geschah, konnte ich sie aber gut verdrängen. Zudem war ich gesund, reiste, war zu einem Studienaustausch in den USA, machte 1971 das Staatsexamen, begann auf der Hämatologie des Universitätsspital Zürich und dann im Universitäts-Kinderspital Zürich zu arbeiten. Ich heiratete, 1973 kam unser erstes Kind zur Welt. Es war eine enorm intensive Zeit.

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