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Bahnhof-UnterweltSBB-Unterführung wieder offen

Die unterirdische Passage beim Bahnhof SBB steht für Pendler während Stosszeiten wieder offen – parallel zu Passerelle.

Frisch wiedereröffnet: Die alte Bahnhofunterführung ist noch nicht rege benützt worden.
Frisch wiedereröffnet: Die alte Bahnhofunterführung ist noch nicht rege benützt worden.
 Foto: Martin Graf

Gut zwei Jahrzehnte lang haben die SBB die alte Personenunterführung am Bahnhof nur für ihre Servicelogistik verwendet. Seit heute Freitag, 14. August, steht die unterirdische Passage für Pendler wieder offen. Dies allerdings nur zu Stosszeiten. Die Verantwortlichen der SBB rechnen aber dennoch mit einer spürbaren Entlastung der Passerelle, die den ganzen Tag nach wie vor als Zu- und Abgang zu den Perrons sowie Übergang vom Centralbahnplatz zum Gundeldinger Quartier dienen wird.

Das Eintauchen in die Bahnhof-Unterwelt dürfte beim einen oder anderen Nostalgiegefühle wecken. Im langen Gang unter den Gleisen standen damals alte Schliessfächer, ein Fotoautomat und immer ein Strassenmusiker mit offenem Koffer, der sich die Beton-Akustik zunutze machte. Und vielleicht erinnert man sich auch an den säuerlichen Geruch der Alkoholiker, die sich schon um sieben Uhr morgens in der Unterführung aufgehalten hatten.

Zur Eröffnung haben die SBB die Passage hell gestrichen. Der Zugang erfolgte vom östlichen Teil der Gleise 5 bis 12 und wird nie von mehreren Perrons gleichzeitig möglich sein. Die Wiederinbetriebnahme soll helfen, dass sich die Pendlerströme besser verteilen.

Für die SBB-Kunden ein lange verschlossener Abgang in die Unterwelt des Bahnhofs.
Für die SBB-Kunden ein lange verschlossener Abgang in die Unterwelt des Bahnhofs.
Foto: Martin Graf

Die Passerelle ist längst an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Knapp die Hälfte der im Tagesdurchschnitt rund 111’000 Bahnreisenden strömen in den frühen Morgen- und Abendstunden in den und aus dem Bahnhof, was vor allem bei den Rolltreppen zu Rückstaus führt. Die SBB rechnen mit dem Ausbau der S-Bahn-Frequenzen zwischen Liestal und Basel und dem 130 Millionen Franken teuren Neubau von zwei zusätzlichen Perrons im Bahnhof SBB bis 2030 mit einer Zunahme des Personenverkehrs um bis zu 20 Prozent.

Bis 2003 waren die meisten Perrons im Basler Bahnhof SBB nur unterirdisch erreichbar.
Bis 2003 waren die meisten Perrons im Basler Bahnhof SBB nur unterirdisch erreichbar.
Foto: Keystone Archiv
3 Kommentare
    C. F. Abel

    Und immer noch 'Bergsteigen' am Ausgang Ost, wo es keine Rolltreppe hat. Arme Ausländer, die nicht wissen, dass der Hauptausgang im Westen ist, und Koffern hoch- und wieder runterschleppen beim Umsteigen. In Bern viele, die bei der Passerelle den Ausgang nehmen und in der Länggasse umherirren. Keinerlei Hinweise, sonst aber langfädige Erklärungen. Eine Tourismusbehörde sollte hier einschreiten, aber Schweiz Tourismus macht lieber grossspurige Werbung in NY etc.