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«Es ist wichtig, sein Umfeld einzubeziehen»

Eine Aus- oder Weiterbildung neben Karriere und Familie? Die Studierenden der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) beweisen, dass es geht. Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg ist ein gutes Zeitmanagement. Franziska Borter, Leiterin des Departements Gesundheit, verrät Tipps und Tricks für Vielbeschäftigte. www.ffhs.ch

Frau Borter, Sie kennen die Doppelbelastung Beruf und Familie aus eigener Erfahrung. Wie beugen Sie persönlich einer Überlastung vor?

Ich sehe die Kombination von Beruf und Familie eher als Bereicherung denn als Belastung. Durch die berufliche Befriedigung bin ich auch privat ausgeglichener und geniesse die Tage mit meiner Tochter umso mehr. Ihre Schlafenszeit nutze ich für mich als Arbeitszeit, so kann ich die täglichen Anfragen trotz 50%-Anstellung bearbeiten. Die persönliche Freizeit nimmt bei mir momentan einen eher kleinen Teil ein. Dennoch brauche ich einen Ausgleich gerade in stressigen Zeiten – zum Beispiel durch Laufen im Wald oder einen spannenden Krimi.

Mit einem Fernstudium behält man seine Arbeitsstelle und sein Einkommen, kann sich weiterhin um die Familie kümmern und entscheidet selbst, wann und wo man lernen will. Welche Voraussetzungen müssen Fernstudierende mitbringen, damit alles unter einen Hut passt?

Ein Fernstudium ist sehr flexibel, aber genau darin kann auch der Knackpunkt liegen. Denn die Methode verlangt Selbstorganisation, Zeitmanagement und Disziplin. Hier sollte man ehrlich zu sich selber sein, und sich fragen, ob man diese Eigenschaften grundsätzlich mitbringt. Es ist auch wichtig, sich bereits vor Studienbeginn zu überlegen, wie man sich organisieren will und sein Umfeld dabei einzubeziehen, damit der private Rückhalt gewährleistet ist.

Wie plant man denn am besten seine knapp bemessene Zeit?

Fernstudierende sollten sich am besten jede Woche eine feste Anzahl Stunden reservieren. Wir rechnen für einen Bachelor- oder Master-Studiengang einschliesslich Präsenzunterricht je nach Lerntyp und persönlichem Wissensstand mit 10 bis 20 Stunden pro Woche. Es reicht also nicht, kurz vor Ende des Semesters mit dem Lernen zu beginnen; die Vorbereitung auf die Schlussprüfung beginnt bereits am ersten Tag. Wichtig ist auch die Regelmässigkeit: Es bringt wenig, nur einmal pro Woche und dafür eine Nacht lang hinter den Büchern zu sitzen. Besser ist, täglich – ausser an einem freien Tag pro Woche – zu lernen, auch wenn es nur eine Stunde ist. Dabei muss jede und jeder den eigenen Rhythmus finden und das Lernen entsprechend in den Tagesablauf einplanen.

Ist Erholung bei einem so gedrängten Programm überhaupt noch möglich?

Erholung ist grundsätzlich immer möglich und auch nötig. Spätestens nach zwei Stunden Lernen kann das Hirn keine neuen Informationen mehr verarbeiten, und die Leistung sinkt rapide. Deshalb ist es enorm wichtig, Pausen in den Lehrplan zu integrieren. Ein kurzer Spaziergang, Streckübungen am offenen Fenster oder ein kurzes Gespräch mit dem Partner oder der Partnerin verleiht neue Kräfte. Und wichtig: immer viel trinken, das hält die Konzentration aufrecht.

Was tun, wenn die Motivation mal fehlt?

Es hilft, sich den eigenen Lernfortschritt bewusst zu machen und immer wieder an seinen Zielen festzuhalten und sich vor Augen zu führen, warum man diese Anstrengung auf sich nimmt. Wichtig ist, bei Schwierigkeiten nicht einfach herumzusitzen und zu warten. Besser ist, rasch Rat und Hilfe zu suchen bei Dozierenden, Mitstudierenden oder bei der Studienberatung. Viele unserer Studierenden bilden Lerngruppen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Das ist sicher auch hilfreich – in der Gruppe geht Vieles leichter.

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