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PräsidentschaftswahlRussland arbeitet laut Geheimdienst gezielt gegen Biden

Kreml-nahe Akteure würden gemäss Analysen des Geheimdienstes gezielt die Kampagne Donald Trumps unterstützen. Dieser aber hat eine ganz andere Theorie: Russland wolle ihn als Präsidenten verhindern, weil «niemand jemals härter mit Russland umgegangen ist als ich».

Joe Biden ist designierter Präsidentschaftskandidat der Demokraten für die Wahlen im November.  (Archivbild)
Joe Biden ist designierter Präsidentschaftskandidat der Demokraten für die Wahlen im November. (Archivbild)
keystone-sda.ch
Laut Geheimdienst würden China und Iran eine Wiederwahl Trumps verhindern wollen, während Russland gezielt Biden verunglimpfen wolle.
Laut Geheimdienst würden China und Iran eine Wiederwahl Trumps verhindern wollen, während Russland gezielt Biden verunglimpfen wolle.
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Donald Trump aber glaubt viel mehr, dass Russland ihn als Präsidenten verhindern wolle, denn niemand sei jemals so hart mit Russland umgegangen als Trump.
Donald Trump aber glaubt viel mehr, dass Russland ihn als Präsidenten verhindern wolle, denn niemand sei jemals so hart mit Russland umgegangen als Trump.
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US-Präsident Donald Trumps Herausforderer Joe Biden bekommt im Wahlkampf nach Erkenntnissen von US-Geheimdiensten gezielt Gegenwind aus Russland. Das Land bemühe sich, den designierten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten zu «verunglimpfen», erklärte das Büro des Geheimdienstkoordinators (DNI) am Freitag. China und Iran wiederum wollten Trumps Wiederwahl verhindern, hiess es. Man sei «besorgt über die anhaltenden und potenziellen Aktivitäten» jener drei Länder, hiess es weiter.

Russland nutze «eine Reihe von Massnahmen», um den früheren Vizepräsidenten Biden zu untergraben. Als Beispiele nannte das DNI unter anderem Aussagen von Politikern, die die Glaubwürdigkeit Bidens durch angebliche Korruptionsvorwürfe beschädigen wollten. Kreml-nahe Akteure nutzten zudem soziale Medien, um die Kampagne des Republikaners Trump zu unterstützen, hiess es.

Peking halte Trump für «unberechenbar»

Trump sagte am Freitagabend in seinem Golfclub im Bundesstaat New Jersey, die Deutung seiner Geheimdienste sei nur eine Möglichkeit. «Die letzte Person, die Russland im Amt sehen will ist Donald Trump, weil niemand jemals härter mit Russland umgegangen ist als ich», sagte der Präsident vor Journalisten.

China wiederum will nach Ansicht der Geheimdiensten eine zweite Amtszeit Trumps verhindern, weil Peking ihn für «unberechenbar» halte. Das Land habe angefangen, verstärkt Einfluss nehmen zu wollen auf das politische Umfeld in den USA. China versuche, Politiker unter Druck zu setzen, die den Interessen Pekings zuwider handelten, hiess es in dem Bericht. Die Spannungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften hatten zuletzt unter anderem wegen des Coronavirus deutlich zugenommen. Peking sei sich dabei bewusst, dass die China-Politik auch im Wahlkampf eine Rolle spiele, hiess es. Auch der Iran soll den Geheimdiensten zufolge gegen Trump und die demokratischen Institutionen Stimmung machen.

Trump erklärte, China wünsche sich nichts sehnlicher als einen Wahlsieg Bidens. «Wenn Joe Biden Präsident wäre, hätte China die USA in der Tasche», behauptete Trump.

Wichtige Warnung

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, nannte die «Bemühungen Russlands um böswilligen Einfluss eine erhebliche Bedrohung. Es wäre jedoch ein schwerwiegender Fehler, die wachsenden Bedrohungen durch China und den Iran zu ignorieren.» Die demokratische Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Adam Schiff, erklärten, die Veröffentlichung der Informationen sei ein wichtiger Schritt, um die Öffentlichkeit vor der ausländischen Einflussnahme zu warnen.

In Washington gibt es seit langem Befürchtungen, dass sich Russland und andere ausländische Regierungen in die Präsidentschaftswahl am 3. November einmischen wollen. Die US-Geheimdienste sind überzeugt, dass sich Russland bereits 2016 zugunsten Trumps in den Wahlkampf eingemischt hat. Trump hat das wiederholt infrage gestellt.

SDA

48 Kommentare
    max bernard

    Russland arbeitet gezielt gegen Biden und China ebenso gezielt gegen Trump. Dabei wird immer unterstellt, dass es sich hierbei um die Veröffentlichung von Fake-News handelt. Selbst wenn solche Anschuldigungen stimmen, ist es unsinnig so zu tun, als ob dies einen relevanten Einfluss auf den Wahlausgang hätte. Denn Fake-News gegen einen der Kandidaten glauben doch sowieso nur die, welche bereits gegen diesen eingestellt sind. Alle anderen informieren sich viel breiter.

    Einen wirklichen Einfluss auf die Wahlen kann hingegen die Politik der betreffenden Staaten haben. So z. B. wenn China die von Trump angestrebte Handelsvereinbarung auf die lange Bank schiebt, um zu verhindern, dass dieser noch vor der Wahl damit punkten kann. Der Frust darüber dürfte auch der Grund sein, weshalb Trump nun aus allen Rohren gegen China schiesst.