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Sinfonieorchester BaselRun auf Tickets fürs neue Stadtcasino

Die bevorstehende Rückkehr in den renovierten Musiksaal beschert dem Sinfonieorchester einen Abonnenten-Boom. Doch die kommende Saison ist mit vielen Unsicherheiten verbunden.

Mitglieder des Sinfonieorchesters Basel im neuen Probehaus am Picassoplatz. Geprobt wird für das neue Video-Konzertformat «Salon Picasso».
Mitglieder des Sinfonieorchesters Basel im neuen Probehaus am Picassoplatz. Geprobt wird für das neue Video-Konzertformat «Salon Picasso».
Foto: Simon Bordier

Das Sinfonieorchester Basel (SOB) legt das Programm für die kommende Saison in digitaler Form vor und verzichtet vorerst auf eine Druckversion – im Wissen darum, dass sich die Covid-Lage und damit auch die Situation für Orchester in den nächsten Wochen noch ändern könnte. Dies erklärte die Orchesterleitung bei einer Pressekonferenz am Freitag. Es gelte die Lockerungsmassnahmen des Bundesrats am 27. Mai abzuwarten.

Einen Lichtblick bietet gleichwohl die Eröffnung des neuen, umgebauten Stadtcasinos nach den Sommerferien, selbst wenn diese wegen der Covid-Krise mit Einschränkungen verbunden sein sollte. Allein die Ankündigung, dass das SOB in den angestammten Musiksaal zurückkehren werde, habe dem Orchester einen Schub verliehen, erklärt Orchesterdirektor Franziskus Theurillat: Über 1200 Personen hätten bis heute Interesse an einem Abo für nächste Saison angemeldet – das sind schon jetzt mehr als die durchschnittliche Abonnentenzahl der letzten Jahre. Die entscheidende Frage sei nun, wie man all die Abonnenten auf die von ihnen gewünschten Plätze bekomme, ergänzt der künstlerische Direktor Hans-Georg Hofmann. Schliesslich gelte es in der Corona-Krise einen Hygieneabstand zwischen den Zuhörern zu beachten.

Schwerpunkt auf Basel

Das Sinfonieorchester leistet sich kommende Saison neu einen Artist-in-Residence – die deutsche Sopranistin Christina Landshamer – sowie mit der unter anderem in Basel ausgebildeten Komponistin Helena Winkelman einen Composer-in-Residence. Man wolle damit das zeitgenössische Musikschaffen in der Region noch stärker reflektieren als bisher, erklärt Hofmann. Als Bekenntnis zu Basel könne man auch die Aufführung von Werken von Hindemith, Martinu und Bartók verstehen – allesamt Komponisten, die vom Mäzen Paul Sacher gefördert wurden.

Die nächste Saison hält zudem Repertoireklassiker wie Richard Strauss’ «Also sprach Zarathustra» oder Dmitri Schostakowitschs «Leningrader Sinfonie» bereit. Die Mehrzahl der Konzerte leitet Chefdirigent Ivor Bolton, man kann mit dem SOB aber auch junge, aufstrebende Taktmeister wie Ben Gernon und Aziz Shokhakimov kennen lernen. Des Weiteren kehrt Maestro Mark Elder für einen Abend mit Wagners Bühnenmusik «Siegfried» nach Basel zurück, Marek Janowski für Hindemiths «Harmonie der Welt» und Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 (Solistin: Anna Vinnitskaya). Weitere Stargäste der kommenden Saison sind Patricia Kopatschinskaja, Pekka Kuusisto, Sol Gabetta und Kian Soltani.

An den «Concert & Cinema»-Abenden will das SOB 2020/21 ebenso festhalten wie an Kleinformatigem wie den Picknick- und Cocktail-Konzerten. Nach zweijähriger Abstinenz gastiert das SOB zudem wieder in der Reihe der Coop- und Volkssinfoniekonzerte und will des Weiteren mit der neuen Intendanz am Theater Basel gemeinsame Angebote entwickeln. Zusammen komme man besser durch die Krise, betont Hofmann.

Vorerst aber wird experimentiert: Wegen des zurzeit noch geltenden Veranstaltungsverbots wurden neue Angebote ins Leben gerufen wie die digitale Plattform «Salon Picasso» und ein musikalischer Lieferservice namens «Musiktaxi». Grosse Konzerte, die diese Saison nicht stattfinden können, sollen wenn möglich 2020/21 nachgeholt werden. Man bleibe zweckoptimistisch, so Theurillat.