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Stellvertreterkrieg in NordafrikaReise in den unbekannten Krieg

Mit russischer Hilfe werden in Syrien junge Menschen als Söldner angeworben und nach Libyen geschickt. Doch kampferfahren sind längst nicht alle der Männer.

Kampfplatz Libyen: Anhänger von General Haftar liefern sich in Benghazi Gefechte mit Dschihadisten (20. Mai 2017).
Kampfplatz Libyen: Anhänger von General Haftar liefern sich in Benghazi Gefechte mit Dschihadisten (20. Mai 2017).
Foto: Abdullah Doma (AFP)

Immer wieder sagt Abo Karim dieselben Worte, als könne er es nicht fassen. «Er ist doch noch ein Kind!», sagt er am Telefon und schickt ein Bild von seinem jüngeren Bruder hinterher. Amjad trägt darauf ein schwarzes Tanktop und kurze Hosen. Sein Blick ist selbstbewusst, fast fordernd, er steht auf einem Felsen, hinter ihm das Meer. Nur sein jugendlicher Flaum verrät sein Alter. Mit 17 Jahren ist Amjad wohl kein Kind mehr, aber sicher zu jung, um in den Krieg zu ziehen. Ende Juni soll Amjad seine Heimat Syrien in Richtung Libyen verlassen haben. Nun soll er als syrischer Söldner in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland kämpfen, erzählt die Familie. «Für unsere russischen Freunde», sagt sein älterer Bruder.

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