Rechte beschädigen Briefkasten von SP-Grossrätin

Sarah Wyss hat gegen Anhänger der Pnos Anzeige erstattet.

Sarah Wyss spricht von Einschüchterungsversuchen. Foto: Nicole Pont

Sarah Wyss spricht von Einschüchterungsversuchen. Foto: Nicole Pont

Nina Jecker

Auf dem Briefkasten von Sarah Wyss klebt nicht nur die häufige Botschaft «Keine Werbung», sondern auch zwei Aufkleber der Partei national orientierter Schweizer (Pnos). Bereits zum vierten Mal hat die SP-Grossrätin unerwünschten Besuch von Anhängern der rechten Partei erhalten.

Wyss hat versucht, einen Sticker abzukratzen, aber das war mühsam. Schliesslich wurde er zumindest teilweise mit einem grünen Smiley überklebt. Doch schon gestern fand Wyss den nächsten Aufkleber der Pnos vor. Dieses Mal blieb es jedoch nicht dabei. Die Täter schlugen offenbar so auf den Briefkasten ein, dass er beschädigt wurde.

Morddrohungen

Die Politikerin stellte ein Foto davon auf Twitter. «#pnos flyer zum 4. Mal aufkleben und nun neu auch den Briefkasten zertrümmert. Ihr seid primitiv», kommentierte die Politikerin das Bild. Andere User rieten ihr dazu, eine Kamera zu installieren und Anzeige zu erstatten. Das seien keine Bubenscherze mehr, sondern Einschüchterungsversuche. Wyss hat am Dienstag tatsächlich eine Anzeige gemacht. «Das geht zu weit, mir reicht es.» Die Polizei habe ausgezeichnet reagiert, sagte sie gegenüber der BaZ. Die Drohungen gegen Sarah Wyss seien das Hinterletzte, twitterte die Juso Basel-Stadt dazu. SVP-Grossrat Joël Thüring kommentierte den Post mit einem «widerwärtig».

Der Briefkasten der SP-Grossratin wurde beschädigt. Foto: Twitter

Wyss ist nicht die einzige Politikerin, die mit Anfeindungen umgehen muss. Eine Umfrage des Schweizer Fernsehens brachte diesbezüglich erschreckende Zahlen ans Licht. 58 Prozent der Parlamentarierinnen und Parlamentarier im Bundeshaus geben an, immer wieder mal bedroht zu werden. Weitere 78 Prozent sagen, dass sie regelmässig per Post, Email, Mobilfunk oder in sozialen Netzwerken beleidigt werden.

Darunter sind sexistische und rassistische Beschimpfungen, aber auch Vergewaltigungs- und Morddrohungen. Bei einigen, darunter SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen, war es so schlimm, dass sie Polizeischutz erhielten und kugelsichere Westen tragen mussten.

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