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CoronavirusBriten flüchten aus Frankreich, um Quarantäne zu entkommen

Grossbritannien wolle das bisher Erreichte nicht aufs Spiel setzen und hat Frankreich und die Niederlande auf die Liste von Risikoländern gesetzt. Briten, die zwei Wochen Selbstisolation verhindern wollen, müssen sich beeilen.

Frankreich ist laut Grossbritannien kein sicheres Land mehr: Touristen am Sonnenbaden im Süden des Landes. (Archivbild)
Frankreich ist laut Grossbritannien kein sicheres Land mehr: Touristen am Sonnenbaden im Süden des Landes. (Archivbild)
keystone-sda.ch
Britische Touristen, die sich derzeit in Frankreich aufhalten, haben bis Samstag 4 Uhr Zeit zurückzukehren, wenn sie nicht in Selbstisolation wollen. (Archivbild)
Britische Touristen, die sich derzeit in Frankreich aufhalten, haben bis Samstag 4 Uhr Zeit zurückzukehren, wenn sie nicht in Selbstisolation wollen. (Archivbild)
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Auch Monaco gilt als ab Samstag als Risikoland.
Auch Monaco gilt als ab Samstag als Risikoland.
REUTERS
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Reisende aus Frankreich und den Niederlanden müssen nach ihrer Ankunft in Grossbritannien von diesem Samstag an wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Das teilte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mit. «Der Grund ist, dass wir so absolut hart daran gearbeitet haben, die Zahlen hier runterzubringen. Wir können es uns nicht leisten, die Fälle von anderswo wieder zu importieren», sagte Shapps der BBC.

Frankreich ist nach Spanien das zweitliebste Reiseziel der Briten. Schätzungen der britischen «Sun» zufolge dürften sich dort 500’000 Briten aufhalten, die nun bei ihrer Rückkehr in Quarantäne müssen. Die neue Regelung gilt auch für Malta. In einem weiteren Artikel des Boulevard-Portals ist von Tausenden die Rede, die nun aus Frankreich flüchten und grosse Erleichterung spüren, noch rechtzeitig herausgekommen zu sein, bevor die Quarantäneregel am Samstag in Kraft tritt.

Die Infektionsrate in den drei Ländern war in den vergangenen Wochen wieder gestiegen. In Frankreich wurde in mehreren Touristenorten in der Bretagne und Gemeinden im Département Mayenne sowie in Stadtteilen von Lille und Nizza das Tragen einer Corona-Schutzmaske an belebten Orten auch im Freien angeordnet. Auch in Grossbritannien stiegen die Zahlen zuletzt wieder leicht an. In verschiedenen Teilen des Landes wurden daher die Massnahmen zur Eindämmung des Virus auf lokaler Ebene wieder verschärft.

Frankreich reagiert

Paris will auf die britische Quarantänepflicht für Reisende aus Frankreich reagieren und eine gleichwertige Massnahme für Reisende aus Grossbritannien einführen. Man bedauere die britische Entscheidung und hoffe auf eine baldige Rückkehr zur Normalität, teilte Europa-Staatssekrektär Clément Beaune am Freitag via Twitter mit.

Die Regierung verfolgt in der Corona-Krise grundsätzlich die Linie, keine Quarantänepflicht zu verhängen. Falls ein Land jedoch diesen Schritt macht, wird entsprechend reagiert und ebenfalls eine Quarantäne für Reisende angeordnet.

In Frankreich sind Corona-Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie Läden oder Restaurants Pflicht. Viele Orte, darunter die Hauptstadt Paris, setzen aber vermehrt auch auf eine Maskenpflicht unter freiem Himmel an bestimmten Orten. Das Land ist hart von der Pandemie betroffen, mehr als 30 000 Menschen starben.

SDA