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Im Fokus: Matthias Hüppi«Rassismus und Diskriminierung haben bei uns nicht den kleinsten Platz»

Der Präsident des FC St. Gallen wendet sich in einem offenen Brief an einen unbekannten Zuschauer, der FCZ-Spieler Aiyegun Tosin rassistisch beleidigt hat und zeigt damit die Haltung der Ostschweizer.

St. Gallens Präsident Matthias Hüppi findet vor dem Duell gegen den FC Basel klare Worte im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung.
St. Gallens Präsident Matthias Hüppi findet vor dem Duell gegen den FC Basel klare Worte im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung.
Foto: Freshfocus

Für den FC St. Gallen geht es am Samstagabend nicht zuletzt darum, den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren. Die Ostschweizer liegen punktgleich mit dem FC Basel auf dem zweiten Platz, haben aber ein Spiel weniger absolviert und orientieren sich – wie schon in der Vorsaison – lieber an Leader YB als an den Baslern.

Doch es gibt Momente, in denen der sportliche Höhenflug des Clubs in den Hintergrund treten muss. Am Tag vor dem Spitzenspiel der Super League hat sich Präsident Matthias Hüppi in einem offenen Brief an jenen unbekannten Zuschauer gewandt, der im Juni den FCZ-Spieler Aiyegun Tosin rassistisch beleidigt hat.

«Ich bedauere sehr, dass die Behörden die Untersuchung gegen Sie mangels ausreichender Beweise eingestellt haben», schreibt Hüppi, «gleichzeitig garantiere ich Ihnen, dass wir selber weiterhin alles unternehmen werden, um Sie zur Rechenschaft zu ziehen.» Der Club muss eine Busse von 5000 Franken zahlen.

Für Hüppi ist der Vorfall damit aber noch lange nicht abgeschlossen: «Rassismus und Diskriminierung haben bei uns nicht den kleinsten Platz. Meine persönliche Hoffnung, Ihnen das direkt klarzumachen, hat sich leider noch nicht erfüllt. Aber wer weiss: Vielleicht realisieren Sie doch noch, dass Sie für Ihr Verhalten geradestehen sollten.»

Die Hoffnung, dass sich der unbekannte Zuschauer nach Hüppis klaren Worten zu Erkennen gibt und sich für den Vorfall entschuldigt sind leider klein. Und trotzdem ist es ein starkes und wichtiges Zeichen des 62-Jährigen, dass er sich so für die Werte einsetzt, für die sich der FC St. Gallen stark macht.

5 Kommentare
    Gottlieb Gutleben

    Zugegeben... Ich konnte Hr. Hüppi damals beim SRF nicht leiden,- seine Zuckungen im Genick erst recht nicht... Aber: Was Hr. Hüppi und Co. die vergangenen 3 Jahre beim FCSG aufgebaut haben, sucht seinesgleichen.

    Da habe ich, und wohl manch anderer auch, ihn, komplett unterschätz.

    Mein anfänglicher Zynismus ist allergrösstem Respekt gewichen. Hut ab!