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Spatenstich zu 66-Millionen-NeubauWieso sich Thomas Weber mit Wayne Gretzky vergleicht

Beim Spatenstich für zwei neue Klinikgebäude der Psychiatrie Baselland in Liestal zog der Baselbieter Gesundheitsdirektor einen euphorischen Vergleich.

Oliver Dufner von Partner Burkard Meyer Architekten, Barbara Schunk, CEO Psychiatrie BL, Regierungsrat Thomas Weber und Thomas Heiniger, VR-Präsident Psychiatrie BL (v. l. n. r.), packen beim Spatenstich mit an.
Oliver Dufner von Partner Burkard Meyer Architekten, Barbara Schunk, CEO Psychiatrie BL, Regierungsrat Thomas Weber und Thomas Heiniger, VR-Präsident Psychiatrie BL (v. l. n. r.), packen beim Spatenstich mit an.
 Foto: Nicole Pont 

Es gehe nur um die Qualität, keinesfalls um die Quantität, sagte Barbara Schunk, CEO der Psychiatrie Baselland (PBL), beim Spatenstich vom Dienstag in Liestal vor hundert Gästen. «Wir machen nicht mehr, sondern wir machen das, was wir schon immer gut gemacht haben, noch besser.» Die Anzahl Betten bleibe bestehen. Gemeinsam mit Gesundheitsdirektor Thomas Weber, Thomas Heiniger, PBL-Verwaltungsratspräsident, und dem Architekten Oliver Dufner von Burkard Meyer Architekten schritt Schunk zum Spatenstich. Für 66 Millionen Franken sollen bis 2024 zwei neue Klinikgebäude gebaut werden. Ursprünglich war ein Bezugstermin von Ende 2023 vorgesehen. Corona verzögerte jedoch die Arbeiten.

Verwaltungsrat und Geschäftsleitung verfolgen mit den beiden Neubauten an der Bienentalstrasse in Liestal gleich mehrere Ziele. Die PBL möchte sich aus dem Areal nördlich der Bahnlinie zurückziehen und es an den Kanton zurückgeben. Dort werden heute ältere Patienten stationär behandelt. Natürlich geht mit einem neuen Gebäude auch moderne Infrastruktur einher. Sind die Neubauten bezugsbereit, schafft das Platz, um das bald 50-jährige Gebäude B zu sanieren. Es soll Ambulatorium und Tagesklinik werden. Von Vorteil sei zudem, dass alle stationären Angebote an einem Standort genutzt werden können. Für die Logistik sei dies eine Erleichterung.

«Drei wirklich strenge Jahre»

Zuerst aber würden die Bauphase und die neuen Prozesse innerhalb der PBL gemäss Barbara Schunk «uns fordern und vollen Einsatz verlangen». Die Hektik rund um die Baustellen werde auch von den Patienten «einiges an Gelassenheit» fordern. Erschwerend komme hinzu, dass es neben allem, was es brauche, um die neuen Prozesse zum Laufen zu bringen, das übliche Tagesgeschäft zu bewältigen gelte. «Es liegen sehr wahrscheinlich drei wirklich strenge Jahre vor uns», sagte Schunk, «aber die Mühen lohnen sich.»

Analysen zeigten, dass für die PBL ein Weiterentwicklungsbedarf bestehe, sagte Regierungsrat Thomas Weber. «Die Psychiatrie Baselland und deren Weiterentwicklung hat einen grossen Stellenwert für die Gesundheitsversorgung in Baselland und der Region.» Die Neubauten auf dem PBL-Campus Liestal seien eine wichtige Voraussetzung für die bedarfsgerechte psychiatrische Gesundheitsversorgung der Zukunft.

Vorausschauend solle gehandelt werden, forderte Weber. So wie Eishockeylegende Wayne Gretzky dies getan habe. Weber zitierte den Kanadier: «Ich gehe nicht dahin, wo der Puck ist, sondern dahin, wo er sein wird.» Die Institutionen seien also gefordert, ihre Infrastrukturen auf die Bedürfnisse der Zukunft auszurichten. Dabei handle es sich um langfristige Prozesse.

Zunahme erwartet

«Wir gehen davon aus», so Thomas Weber, «dass der Bedarf an stationärer Psychiatrie unvermindert gegeben ist respektive mit zunehmender Alterung und kultureller Vermischung der Bevölkerung eher weiter zunimmt und gleichzeitig vermehrt ambulante Angebote genutzt werden.» Mit der Weiterentwicklung werde die PBL in der Lage sein, die Eigentümerstrategie des Kantons auch in Zukunft als stabiles, gut aufgestelltes Unternehmen und als wichtiger Pfeiler in der Baselbieter Gesundheitsversorgung zu erfüllen.

Bereits 2021 werden das neue Gebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Liestaler Campus sowie das neue Zentrum für psychische Gesundheit in Binningen ihre Tore öffnen. Verwaltungsratspräsident Thomas Heiniger ergänzte, dank der Neuerungen bleibe die PBL für Mitarbeitende attraktiv und stärke ihre Wettbewerbsfähigkeit. «Flicken bleibt Flickwerk», betonte Heinger, «deshalb der Spatenstich und nicht nur ein Pinselstrich.»