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Pläne für den Rosental-TurmPreisgünstige Wohnungen anstelle des Parkhauses

Die Baukommission des Grossen Rates konkretisiert den Bebauungsplan für den neuen Turm am Messeplatz. Die Rosskastanien auf der Rosentalanlage sollen nicht gefällt werden.

Das Parkhaus der Messe Basel am Messeplatz soll einem 110 Meter hohen Turm Platz machen.
Das Parkhaus der Messe Basel am Messeplatz soll einem 110 Meter hohen Turm Platz machen.
Foto: Stefan Leimer

Im geplanten Neubau eines 110 Meter hohen Turms am Messeplatz soll es auf maximal einem Fünftel der Nutzfläche preisgünstige Wohnungen geben. Dies hat die Bau- und Raumplanungskommission (BRK) des Grossen Rats in ihrer zweiten Beratung des Bebauungsplans beschlossen. Sie tat das am 7. Mai, am gleichen Tag, als bekannt wurde, dass die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld nicht mehr in der bisherigen Form stattfinden wird (BaZ vom 8. Mai). Aber das ist wohl Zufall. Die BRK musste sich ein zweites Mal mit dem Plan befassen, weil der Grosse Rat den Bebauungsplan am 27. Juni 2019 an die Kommission zurückgewiesen hatte.

Grund dafür war, dass die Messe Basel als Baurechtsnehmerin des bestehenden Parkhauses zu verstehen gegeben hatte, dass sie mit dem 40-Prozent-Anteil an gemeinnützigen Wohnbauträgern kaum Investoren für den Neubau finden wird. Auch der Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements (BVD), SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels, hatte sich in der Debatte für einen Kompromiss eingesetzt, damit die vorgesehenen 200 Wohnungen erstellt werden können.

Wohnungen statt Hotelzimmer

Jetzt hat die Kommission eine neue Fassung des Bebauungsplans für den Messeplatz vorgelegt. Sie blieb bei ihrer Meinung, dass das Festschreiben einer Quote für gemeinnützigen Wohnungsbau ein zielführendes und wünschenswertes Instrument bilde. Das neue Gebäude muss weiterhin einen Wohnflächenanteil von mindestens 50 Prozent aufweisen. «Davon sind mindestens 40 Prozent, jedoch maximal 10'000 Quadratmeter zur Kostenmiete abzugeben.» Von den erlaubten 48'000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche müssen also mindestens 24'000 Quadratmeter dem Wohnen dienen, es dürfen aber durchaus mehr sein.

Hotelflächen sollen nicht angerechnet werden, und auf einen Höchstanteil für diese Nutzung wird verzichtet. Denn die BRK geht davon aus, dass es momentan interessanter sein dürfte, Wohnraum anstelle von Hotelfläche zu realisieren. Aufgrund der derzeit schwachen Hotelfrequenzen gilt dies wohl noch verstärkt. Im ursprünglichen Raumprogramm waren bis zu 200 Hotelzimmer, 90 bis 140 Wohnungen und Büroflächen von etwa 16'000 Quadratmeter vorgesehen.

Kastanienbäume bleiben stehen

Nach dem neuen Bebauungsplan soll auf die umstrittene Fällung von elf Rosskastanien auf der Seite der Rosentalanlage verzichtet werden. Die Baumreihe sei zwingend zu erhalten, heisst es in der neuen Fassung der Bauvorschriften. Das BVD hatte klargestellt, dass die zulässige Nutzfläche auch mit der bisherigen Baulinie umsetzbar sei. Damit fällt auch die Forderung nach einer Begrünung der Fassade weg. Schliesslich darf eine Fläche im Erdgeschoss für gastronomische Nutzung verwendet werden.

Bestehen bleibt die Höchstzahl von 1143 unterirdischen Parkplätzen für Personenwagen, obwohl der Regierungsrat 300 mehr zulassen wollte. Die Obergrenze der Fahrten soll wie in der ersten Fassung im Sinn eines Kompromisses auf 390’000 Ein- und Ausfahrten pro Jahr festgelegt werden. Die Fahrtenzahl wäre damit um 190'000 tiefer, als der Regierungsrat vorgesehen hatte.

Weiter sollen die Liegenschaften der Messehalle 3 und des Musical Theaters am Riehenring aus dem Bebauungsplan entlassen werden, da die Messe diese Bauten verkaufen will. Dass Immobilien Basel-Stadt auf dem Areal der Messehalle 3 rund 200 Wohnungen schaffen will, wird von der BRK ausdrücklich begrüsst. Sie hat in diesem zweiten Anlauf ihre Anträge für den Bebauungsplan einstimmig gutgeheissen, wie aus dem Bericht hervorgeht.