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In der Stube – und draussenPowerplay und Slapshot im Kleinformat

«Döggele» geht nicht nur mit Fussballern, sondern auch auf einem Plastik-Eisfeld – seit 1989 sogar an Weltmeisterschaften.

Schnelle Finger entscheiden beim Tischhockey über Sieg oder Niederlage.
Schnelle Finger entscheiden beim Tischhockey über Sieg oder Niederlage.

Am Donnerstag hätte die Schweiz gegen Norwegen gespielt. Runde 4 der Gruppenphase, so langsam wäre es ernst geworden. Die Schweizer Fans im Hallenstadion hätten ihre Kuhglocken noch etwas intensiver geschüttelt, und Patrick Fischers Mannen hätten sich mühelos durch die skandinavische Abwehr kombiniert. Schliesslich Heim-WM. Schliesslich das grosse Ziel der Nationalmannschaft. Doch Corona schliesst auch die Eishockey-Fans in ihre Wohnungen ein, wo es statt den Kampf um Titel nur Wiederholungen von 1998 zu sehen gibt, als die Schweiz in Basel und Zürich erst im Halbfinal gestoppt wurde. Natürlich von Schweden.

Was bleibt, sind also Erinnerungen an vergangene Tage, an denen Bodychecks noch erlaubt waren. Und ein Kasten mit weisser Oberfläche und kleinen Hockey-Spielfiguren. «Döggele» funktioniert nämlich nicht nur mit Fussballern, sondern klappt auch wunderbar auf einer Plastik-Eisfläche. Tischhockey heisst das Spiel, das die Marke «Stiga» bereits Mitte des 20. Jahrhunderts in Eishockey-affinen Ländern gross gemacht hat.

Ein Torhüter und fünf Feldspieler werden mittels Eisenstangen übers Plastik dirigiert. Wie beim Tischfussball sind schnelle Bewegungen gefragt. Für genaue Pässe und gelungene Tricks braucht es aber auch viel Feingefühl in den Fingern. Mit feinen Drehungen an den Stäben zaubern die Figürchen mit ihrem Stock die verrücktesten Kunststücke aufs Eis. Wichtig ist einzig, dass man seine Emotionen im Griff hat. Vergebene Torchancen oder unnötige Torhüterfehler führen sonst schnell zu verbogenen Stöcken oder im Plastik feststeckende Spieler. Der Autor spricht aus Erfahrung.

Wie es geht, zeigen vor allem die Schweden. Sie waren es auch, die 1989 die erste Tischhockey-Weltmeisterschaft initiiert hatten. Seither finden die Titelkämpfe alle zwei Jahre statt. Zunächst stets mit Weltmeistern aus Skandinavien, zuletzt waren es aber mehrheitlich Russen, die die Metallstäbe am besten im Griff hatten. Schweizer Namen sucht man vergebens in den Siegerlisten. Jetzt wär doch die optimale Zeit, um zu trainieren, damit sich dies schon bald ändert.

Die BaZ-Serie «In der Stube – und draussen» gibt täglich Tipps, die dabei helfen sollen, die Corona-Zeit halbwegs sportlich zu überbrücken.