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Gemeinde rechnet mit roten ZahlenPlanung für Eventhalle in Aesch gestoppt

Wegen der Corona-Krise dürfte die Gemeinde Aesch im kommenden Jahr weniger Geld aus dem Finanzausgleich erhalten. Nun will der Gemeinderat beim Projekt «Dom» noch einmal über die Bücher.

So soll der Dom in Aesch dereinst aussehen. Nun muss die Gemeinde aber zuerst noch einmal über die Bücher.
So soll der Dom in Aesch dereinst aussehen. Nun muss die Gemeinde aber zuerst noch einmal über die Bücher.
Visualisierung: Häring & Co. AG

Noch vor zwei Wochen war die Welt in Aesch in Ordnung: Mitte August warb Gemeindepräsidentin Eveline Sprecher (SP) an einer Medienorientierung für die neue Eventhalle in Aesch. Der Dom, eine 22 Meter hohe Kuppel, soll dereinst 1800 Zuschauer bei Sportveranstaltungen und 2400 Besucher bei kulturellen Events beherbergen. Am 23. September hätte die Bevölkerung über das Prestigeprojekt an der Gemeindeversammlung abstimmen sollen.

Doch nun hat sich diese Planung geändert. Grund sind «aktuelle Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem kantonalen Finanzausgleich», teilte die Gemeinde im Anschluss an die Gemeinderatssitzung der vergangenen Woche mit. Diese seien der Gemeinde vom Kanton zusammen mit den Budgetweisungen kürzlich mitgeteilt worden.

Gegenüber der «Schweiz am Wochenende» sprach die Gemeinde von einem «abgeänderten Berechnungstool». Aesch drohten nun künftig Mindereinnahmen aus dem Finanzausgleich. Der Grund für das Finanzloch bei den Empfängergemeinden im Kanton ist, wie könnte es anders sein, die Corona-Krise. 2020 werden deswegen deutlich geringere Steuereinnahmen erwartet.

Sponsoren gesucht

Das dürfte dazu führen, dass die Geberkantone für das Jahr 2021 weniger in den Ausgleichstopf einzahlen. Der Kanton geht von einer Kürzung für die Empfängergemeinden von knapp 200 Franken pro Einwohner aus. Im Fall von Aesch wären das dann rund 2 Millionen Franken. Die Gemeinde Aesch rechnet mit Mindereinnahmen von rund 1 Million Franken. Im aktuellen Jahr erhielt die Gemeinde noch 0,7 Millionen Franken aus dem Finanzausgleich ausbezahlt. Die Gemeinden seien aber bereits im Juni darüber informiert worden, heisst es in dem Bericht der «Schweiz am Wochenende».

Dank der Verschiebung der Vorlage hätte die Gemeinde genügend Zeit, die «finanziellen Auswirkungen dieser neuen Ausgangslage» zu klären, teilte der Gemeinderat mit. Zudem könnten bis zu einem späteren Abstimmungstermin auch verbindliche Aussagen zur Beteiligung des Kantons über den Sportanlagen-Fonds (Kasak) gemacht und weitere Sponsoren für das Projekt akquiriert werden.