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Meichtry schneller als Superstar Phelps

Der Schweizer Dominik Meichtry sorgte im Vorlauf über 200 m Crawl für einen Paukenschlag.

Starke Leistung: Meichtry schwamm der Konkurrenz auf und davon.
Starke Leistung: Meichtry schwamm der Konkurrenz auf und davon.
Keystone

Der St. Galler war in 1:45,80 (Schweizer Rekord) sogar schneller als Superstar Michael Phelps, der im gleichen Vorlauf als Zweiter anschlug.

Nur anderthalb Stunden später verblüffte Meichtry als Startschwimmer der 4x100-m-Crawlstaffel ein weiteres Mal. Auch in diesem Rennen verbesserte der 23-Jährige seinen eigenen Landesrekord, und zwar um fünf Hundertstel. In 48,96 durchmass er die zwei Bahnlängen als erster Schweizer unter 49 Sekunden.

Meichtry zog die Kollegen mit

Im Sog von Meichtry wuchsen auch seine Staffelkollegen Karel Novy (28/in seinem allerletzten Schwimm-Wettkampf), Flori Lang (25) und Adrien Perez (20) über sich hinaus: In 3:16,80 - gleich 2,42 Sekunden schneller als an den WM 2007 in Melbourne - war diese kollektive Leistungssteigerung ebenfalls eindrücklich. Diese zahlte sich aber wegen des allgemein unglaublich hohen Niveaus in Peking nicht in Form der angestrebten Finalqualifikation aus (13. Platz). Auch Flavia Rigamonti über 400 m Crawl (blieb als 14. in 4:09,59 nur drei Zehntel über ihrem Schweizer Rekord) sowie Jonathan Massacand über 100 m Rücken (trotz Landesrekord von 55,21 nur 27.) schieden trotz starker Leistungen bereits in den Vorläufen aus.

Siebtschnellster aller Zeiten

Dominik Meichtry blieb im nahezu voll besetzten National Aquatics Center gleich um 1,38 Sekunden unter seiner Bestmarke, die er Anfang April an den Schweizer Meisterschaften in Genf aufgestellt hatte. «Nur» mit der 13.-besten Zeit aller Teilnehmer für Peking gemeldet, distanzierte der aufstrebende Schweizer auch den siebenfachen Olympiasieger Phelps um 0,68 Sekunden. Der Amerikaner - Weltrekordhalter (in 1:43,86) und amtierender Weltmeister auf dieser Distanz - hielt sich allerdings bewusst zurück.

Nicht so Meichtry, der restlos alles gab und nun siebtschnellster Schwimmer aller Zeiten über die 200 m ist! Nur Superstars wie Phelps, Ian Thorpe, Pieter van den Hoogenband, Grant Hackett, Ryan Lochte sowie der Amerikaner Peter Vanderkaay waren je schneller. Einziger Europäer in dieser Liste ist Van den Hoogenband (Ho), der an den Europameisterschaften 2002 in Berlin - exakt zum Zeitpunkt, als Meichtry erstmals auf der internationalen Bühne auftauchte - in 1:44,89 den Titel gewann.

«Seine Zeit ist mehr als aussergewöhnlich. Er ging eigentlich zu schnell weg, hat es dann aber durchgezogen. Das spricht für sein Selbstvertrauen», so das Lob vom Schweizer Headcoach Gerard Moerland. Der gebürtige Holländer verriet, dass er nach 150 m geglaubt habe, dass «Dominik sterben werde». Für die Halbfinals prophezeite Moerland einen ganz anderen Rennverlauf: «Dominik wird zwar das Gleiche machen wie im Vorlauf, denn er ist derjenige, der von allen am schnellsten angehen kann. Doch Phelps ist ohnehin in einer Liga und auch die anderen werden ihm früher zu folgen versuchen. Das wird ein interessantes Rennen.»

Olympia-Final als Traum

«Mein Traum ist der Olympia-Final», hatte Meichtry schon nach den Sommerspielen in Athen verraten. Im Anschluss an Olympia 2004 verlegte er seinen Wohnsitz von Südafrika nach Kalifornien, wo er an der in Berkeley domizilierten University of California studiert. Seither erfolgte eine kontinuierliche Leistungssteigerung, der vor vier Jahren festgelegte Masterplan scheint aufzugehen. In den letzten 18 Monaten verbesserte der Ostschweizer den 200-m-Rekord nicht weniger als sechsmal. Noch Anfang 2007 stand er erst mit 1:48,84 zu Buche.

Meichtry bewies in der Vergangenheit schon oft, im Vorlauf auf dem Punkt bereit zu sein und die persönliche Bestleistung abrufen zu können. Im Halbfinal war allerdings an Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften ausnahmslos Endstation.

si/fal

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