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Die Kehrseite der AbsagenPartyshop hofft auf viele kleine Privatfeuerwerke

Obwohl die offiziellen Bundesfeiern in der Region abgesagt sind, blickt der Wop-Shop aus Zunzgen dem 1. August positiv entgegen.

Der Wop-Shop in Zunzgen hofft, dass die Menschen in diesem Jahr mehr Kleinfeuerwerk einkaufen.
Der Wop-Shop in Zunzgen hofft, dass die Menschen in diesem Jahr mehr Kleinfeuerwerk einkaufen.
Thomas Egli

Vor zwei Jahren fiel das 1.-August-Feuerwerk auf dem Bruderholz ins Wasser, weil der Rasen vor dem Wasserturm zu trocken war. Ein Fest fand trotzdem statt. Im letzten Jahr war lange nicht klar, ob das Feuerspektakel am Rhein stattfinden kann. Klimaaktivisten bemängelten, die Feuerwerkskörper seien zu umweltschädlich. Schliesslich wurde das bekannte Feuerwerk aber durchgeführt und die Schweiz abermals hochgepriesen. In diesem Jahr wird es in der Region Basel überhaupt keine offiziellen Bundesfeiern geben, weder auf dem Bruderholz noch am Rheinufer.

Schuld daran sind keine Greta-Nacheiferer oder regenarme Böden, sondern das plagende Coronavirus. Massenveranstaltungen sind verboten, so auch die offiziellen 1.-August-Feiern. Während Basel-Stadt bereits vor mehreren Tagen das Rheinfeuerwerk abgesagt hatte, hofften einige Baselbieter Gemeinden bis zuletzt, die Bundesfeiern durchführen zu können. Die neuerlichen Massnahmen haben den Kommunen jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am diesjährigen 1. August soll man im privaten, kleinen Kreise feiern.

Doch für den Baselbieter Wop-Shop ist das kein Nachteil, auch wenn es im ersten Moment so scheinen mag. Der Partyshop, mit Hauptstandort in Zunzgen, ist jeden Sommer von den 1.-August-Verkäufen abhängig. «Deko und Girlanden haben wir bereits viele verkauft», sagt Stefano Papini, Geschäftsführer der Schwesterfirma Fortura AG, die mit dem Wop-Shop die Party-Utensilien vertreibt. Jetzt will man mit den Feuerwerkskörpern durchstarten. Aber wie soll das gehen, wenn die grossen, offiziellen Bundesfeiern alle abgesagt sind? «Wir erhoffen uns, dass es mehr Familien- und Privatpartys geben wird», sagt Papini.

Mehr kleinere Grüppchen

Normalerweise habe das Publikumsfeuerwerk eine grössere Beachtung als die inoffiziellen Feten. Das Rheinfeuerwerk zieht jährlich um die 100’000 Menschen an, und auch im Baselbiet versammeln sich jeweils Hunderte Menschen, um den Spektakeln zuzusehen. Doch in diesem Jahr ist alles anders: «Diese Besucher sollen sich zu kleinen Grüppchen zusammentun», wünscht sich Papini. Dann wäre das Sommergeschäft für den Partyshop aus Zunzgen gerettet. «Wir hoffen jedenfalls, ein gutes Geschäft zu machen», meint der Geschäftsführer.

Dem Partyladen spielt zudem in die Karten, dass er die riesigen Feuerwerkskörper, die auf dem Bruderholz oder am Rhein abgefeuert werden, nicht verkauft. Somit macht der Wop-Shop kein Minusgeschäft, auch wenn die offiziellen 1.-August-Feierlichkeiten alle abgesagt sind.

«Das Feuerverbot vor zwei Jahren, die Diskussionen im letzten Jahr und jetzt der Corona-Lockdown: Für Feuerwerksanbieter waren die letzten Sommerperioden katastrophal.»

Stefano Papini, Geschäftsführer Fortura AG

«Das Wetter stimmt bis jetzt», sagt Papini. Voraussichtlich wird es nicht zu trocken sein. Der Wop-Shop ist auf einen gewinnbringenden Sommer angewiesen, denn die letzten Jahre waren ziemlich hart. «Das Feuerverbot vor zwei Jahren, die Diskussionen im letzten Jahr und jetzt der Corona-Lockdown: Für Feuerwerksanbieter waren die letzten Sommerperioden katastrophal.» Doch jetzt soll alles besser werden.

In Zunzgen und auch in Pratteln stellt der Partyshop wie jedes Jahr Verkaufsstände auf, in denen Klein- und Grossfeuerwerk angeboten wird. «Die Nachfrage ist bereits jetzt gross», sagt Papini hoffnungsvoll.

2021 soll feierlicher werden

In beiden Basel suchen die Behörden jedoch immer noch nach Wegen, trotz Pandemie den Nationalfeiertag zu zelebrieren. Genaue Angaben sind bis anhin noch nicht bekannt. Doch die Betreiber in der Stadt und auf dem Land machen bereits Versprechungen für das nächste Jahr: «Wir werden uns bemühen, die Bundesfeier 2021 umso feierlicher, umso kreativer und umso nachhaltiger zu gestalten.» Wir werden sehen.