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Glosse zur zweiten QuarantäneParmelin, der Pechvogel

Der Wirtschaftsminister musste schon wieder in Quarantäne. Was das für sein anstehendes Präsidialjahr 2021 bedeuten könnte.

Bundesrat Guy Parmelin war 2020 nicht gerade vom Glück verfolgt.
Bundesrat Guy Parmelin war 2020 nicht gerade vom Glück verfolgt.
Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)

Wie gut unsere Bundesräte das Land durch die Corona-Krise führen, ist umstritten. Sich selber haben sie allerdings unbestreitbar Sorge getragen. Von keinem ist bisher bekannt, dass er an Covid-19 erkrankt oder dem Virus auch nur gefährlich nahe gekommen wäre. Letzteres gilt zumindest für sechs von sieben.

Aber eben: Da war noch einer. «Der erste Bundesrat ist in Quarantäne» – so hiess es in den Medien im Oktober. Dieser erste Bundesrat ist nun auch der zweite: Wirtschaftsminister Guy Parmelin (SVP) musste, wie Anfang Woche publik wurde, schon wieder in Quarantäne. Sie dauert noch bis Heiligabend.

Es soll Menschen geben, die Blitzeinschläge anziehen.

Warum immer wieder Parmelin? Leichtsinn ist es wohl nicht, sondern schlichtes Pech. Beim ersten Mal war eine Person aus seinem Generalsekretariat positiv getestet worden. Und letzte Woche erfüllte Parmelin magistrale Pflichten in London, just als dort die neue Virus-Variante «ausser Kontrolle» geriet, wie es ein britischer Minister formulierte.

Es soll Menschen geben, die Blitzeinschläge anziehen. Wie immer es sich da bei Parmelin und Corona verhalten mag: Die Landesregierung stellt sich am besten darauf ein, dass sie 2021 von einem Pechvogel präsidiert wird – und dass die aktuelle Parmelin-Quarantäne womöglich nicht die letzte bleibt.

Bundesratssitzungen per Videokonferenz zu leiten, lässt sich zum Glück vor dem heimischen Spiegel in Bursins VD trefflich üben. Schwieriger wird es, aus dem Isolierzimmer heraus ausländische Staatsgäste zu empfangen. Es könnte für Guy «I can English understand» Parmelin ein ziemlich unglamouröses Präsidialjahr werden.

Ob das auch Pech fürs Schweizer Image wäre, sei an dieser Stelle offengelassen.

43 Kommentare
    B.Kerzenmacherä

    Darf man eigentlich allen, die die Schutzmassnahmen ablehnen und dadurch die Mitbürger einfach mal so in tödliche Gefahr brngen wollen, einen langen qualvollen Coronatod wünschen? Und zwar in den eigenen vier Wänden, um die Intensivbetten in den Spitälern freizuhalten.

    Corona ist für diese Leute ja immer noch so weit weg. Wo stände man denn heute ohne die getroffenen Schutzmassnahmen?