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Zwei Tote bei Streit in griechischem Gefängnis

Zwei Banden gingen in einem Gefängnis bei Athen aufeinander los. Dabei wurden zwei Pakistaner getötet. 18 weitere Häftlinge wurden verletzt. Aus Spargründen ist die Anstalt völlig überbelegt.

Lage wieder unter Kontrolle: Häftlinge im überfüllten Gefängnis Korydallos. (3. Mai 2015)
Lage wieder unter Kontrolle: Häftlinge im überfüllten Gefängnis Korydallos. (3. Mai 2015)
Keystone

In einem überfüllten griechischen Gefängnis sind bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwei Häftlinge getötet und 18 weitere verletzt worden. Bei den Todesopfern im Gefängnis von Korydallos bei Athen handele es sich um zwei Pakistaner.

Das teilte das griechische Justizministerium am Sonntag mit. Ressortchef Nikos Paraskevopoulos besuchte die Haftanstalt und bezeichnete den Vorfall als Folge von Personalmangel und Überbelegung des Gefängnisses.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen hatte es im Gefängnis von Korydallos seit dem Nachmittag Spannungen zwischen zwei Gruppen von Insassen unterschiedlicher Nationalitäten gegeben. Häftlinge aus Albanien und arabischen Ländern lieferten sich demnach eine Auseinandersetzung mit pakistanischen Häftlingen. Als die Häftlinge nach dem Abendessen in ihre Zellen zurückkehren sollten, griffen sich die beiden Gruppen den Angaben zufolge mit selbst gebastelten Stichwaffen an.

Lage wieder unter Kontrolle

Zwei Pakistaner wurden laut Justizministerium getötet und 18 weitere verletzt. Der Zustand von fünf der Verletzten sei ernst, hiess es aus Ermittlungskreisen. Der Auslöser des Streits war demnach unklar.

Ein Polizist, der in der Haftanstalt arbeitet, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Lage sei offenbar wieder unter Kontrolle. Die Gefängnisleitung sei mit Vertretern des Justizministeriums zusammengetroffen, um den Vorfall zu erörtern, fügte der Polizist Sakis Totolides hinzu. Aus Ermittlerkreisen hiess es, die Häftlinge seien nach dem Vorfall durchsucht und dann zurück in ihre Zellen gebracht worden.

Sehr unterschiedliche Insassen

Justizminister Paraskevopoulos brachte bei einem Besuch des Gefängnisses am Sonntagabend seine «Trauer über den Verlust von Menschen» zum Ausdruck. «Leider sind diese Probleme das Resultat der Überbelegung der Gefängnisse und des Personalmangels», sagte der Minister.

Laut Totolides sind derzeit rund 2000 Häftlinge in Korydallos untergebracht, obwohl das Gefängnis eigentlich nur für 600 Insassen ausgelegt ist. In der Anstalt sitzen sehr unterschiedliche Häftlinge – Kriminelle, Anarchisten sowie korrupte Politiker – ihre Strafe ab.

SDA/chk

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