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Zwei Kampfjets prallen über Litauen zusammen

Im Luftraum über Litauen stiessen zwei Kampfjets zusammen. Die französische Maschine konnte sicher landen. Die Piloten der litauischen Maschine retteten sich mit dem Schleudersitz.

Nur noch Trümmer: Das Wrack der litauischen Maschine L-39 nahe Zokniai.
Nur noch Trümmer: Das Wrack der litauischen Maschine L-39 nahe Zokniai.
Keystone

Ein litauischer Militärjet ist bei einem Übungsflug mit einem französischen Kampfflugzeug kollidiert und abgestürzt. Die beiden Piloten der Maschine vom Typ L-39 Albatros konnten sich mit dem Schleudersitz retten und wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, wie die Allianz mitteilt. Die französische Mirage 2000C konnte nach der Kollision in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Zokniai im Norden Litauens sicher landen.

Die Mirage war Teil der in Zokniai, 220 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Vilnius, stationierten Nato-Mission zur Überwachung des Luftraums der drei baltischen Staaten. Die rotierenden Einsätze waren nach dem Nato-Beitritt Litauens, Lettlands und Estlands 2004 eingeführt worden, da die drei Staaten nicht über eine ausreichende eigene Luftverteidigung verfügen.

Mit dem Schleudersitz gerettet

Nach dem Zusammenstoss um 10.30 Uhr hätten sich die beiden litauischen Piloten mit dem Schleudersitz gerettet, teilte die Nato mit. Zuvor hätten sie das Flugzeug in Richtung auf eine unbewohnte Gegend zugesteuert, um Opfer am Boden zu vermeiden, sagte der Chef der litauischen Streitkräfte, Arvydas Pocius. Nach einer medizinischen Untersuchung seien die Piloten bereits wieder im Dienst. Berichte über Opfer am Boden lagen zunächst keine vor.

Das Flugzeug sei in einem bewaldeten Sumpf nahe des Sees Rekyva, rund fünf Kilometer von dem Luftwaffenstützpunkt entfernt, aufgeschlagen, sagte Verteidigungsministerin Rasa Jukneviciene. Vom litauischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Luftaufnahmen der Absturzstelle zeigten einen von Bäumen umringten Krater, um den herum mögliche Wrackteile zu sehen waren.

Black Box soll Aufschluss geben

Eine Untersuchungskommission zur Erforschung der Ursache der Kollision sei eingerichtet worden, sagte Pocius. «Alle Fragen werden beantwortet werden, nachdem wir die Black Box aus dem abgestürzten Flugzeug geborgen haben», sagte er.

Der Zusammenstoss ereignete sich während eines Patrouillenflugs, an dem zwei französische Jets des Typs Mirage 2000C und die litauische Maschine beteiligt waren, wie der französische Militärsprecher Oberst Thierry Burkhard mitteilte. Die beiden französischen Flugzeuge seien gelandet und die französischen Piloten seien gesund und munter.

Regierungschef kündigt Ermittlungen an

Litauens Ministerpräsident Andrius Kubilius kündigte eine umfassende Untersuchung des Unglücks an. «Der Unfall tut mir sehr leid. Wir kennen die Umstände noch nicht, aber es ist eine grosse Erleichterung zu wissen, dass es keine menschlichen Opfer gab», sagte er.

Burkhard versicherte, dass der Unfall keinen Einfluss auf die französische Beteiligung an der Nato-Operation haben werde. Derartige Einsätze würden jede Woche mehrfach geflogen.

dapd/pbe/bru

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