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Filmreife Flucht aus dem Gefängnis

Die zwei Häftlinge, die aus dem Bezirksgefängnis Baden ausgebrochen sind, haben sich mit Leintüchern abgeseilt.

chk

Aus dem Bezirksgefängnis Baden AG sind in der Nacht auf Dienstag zwei Häftlinge ausgebrochen. Die beiden Rumänen seilten sich an Leintüchern ab - und sind nun auf der Flucht. Sie befanden sich wegen Einbruchdiebstählen im vorzeitigen Strafvollzug.

Eine Vollzugsangestellte bemerkte den Ausbruch der Männer kurz nach 3.00 Uhr. Die Aargauer Kantonspolizei leitete eine Grossfahndung ein, die in den Morgenstunden eingestellt wurde. Mehrere Diensthunde standen im Einsatz. Auch ein Armeehelikopter mit Nachtsichtgerät war aufgeboten worden.

Seil aus Bettwäsche

Die Männer sind auf der Flucht. Es handelt sich um einen 39- und einen 33-jährigen Rumänen. Polizeisprecher Bernhard Graser geht davon aus, dass sich die Flüchtigen ins Ausland absetzen wollen oder bereits nicht mehr in der Schweiz sind. Es bestünden keine Hinweise auf eine besondere Gefährlichkeit, hiess es.

Für die Flucht aus dem Bezirksgefängnis hatten die Männer zunächst einen Gitterstab durchtrennt, wie das kantonale Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) mitteilte. Sie entkamen über das Dach mit Hilfe eines aus Bettwäsche hergestellten Seils. Dieses war mehr als zehn Meter lang. Das DVI will die genauen Umstände klären.

In der Nacht nur Bereitschaftsdienst Im Bezirksgefängnis Baden ist in den Nachtstunden einzig ein Vollzugsangestellter anwesend. Dieser hat Bereitschaftsdienst, wie der Regierungsrat Ende Mai in der Stellungnahme zu einer Interpellation im Kantonsparlament ausführte.

Der Angestellte muss nur bei Bedarf - etwa Zellennotruf oder Eintritt einer verhafteten Person - Dienst leisten. In den grösseren Bezirksgefängnissen Aarau, Kulm und Zofingen haben jeweils zwei Personen Bereitschaftsdienst.

In den Bezirksgefängnissen finden gemäss Regierungsrat regelmässige Sicherheitsüberprüfungen und mindestens einmal jährlich ein Alarmcheck statt.

Bereits 2011 filmreife Flucht

Bereits im Januar 2011 war das Gefängnis im Badener Bezirksgebäude Schauplatz einer filmreifen Flucht gewesen. Drei jüngere Untersuchungshäftlinge aus dem Kosovo sowie aus Moldawien und RumänIen brachen in einer Nacht auf Sonntag aus dem Gefängnis aus.

Die Männer, die wegen Vermögensdelikten und Sachbeschädigungen in Haft sassen, hatten sich zusammen in einer Dreierzelle im dritten Stock befunden. Sie seilten sich an Leintüchern aus einem Fenster rund 15 Meter in Tiefe ab. Die letzten drei Meter sprangen sie in die Tiefe. Zuvor hatten sie sich gewaltsam Zugang zum Laubengang des Gefängnisses verschafft.

(SDA)

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