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Zwei Brüder fallen in Pool – Zweijähriger stirbt

In Fully VS sind zwei Knaben in ein Schwimmbecken gefallen. Der ältere erlitt schwere Verletzungen, der jüngere verstarb im Spital. Zum Unfall kam es trotz einer Absperrung.

Ein 2-jähriger Bub ist gestern Abend im Swimmingpool eines Einfamilienhauses in Fully VS ertrunken. Sein siebenjähriger Bruder, der ebenfalls ins Wasser fiel, liegt schwer verletzt im Universitätsspital Chuv in Lausanne. Seit Anfang Jahr ertranken in der Schweiz bereits 23 Menschen, darunter drei Kinder.

Die Tragödie ereignete sich gegen 18.30 Uhr in der Unterwalliser Gemeinde Fully, wie die Kantonspolizei Wallis am Freitag mitteilte. Zwei kleine Buben im Alter von zwei und sieben Jahren spielten zusammen auf der Terrasse vor ihrem Haus.

Sicherheitsbarriere offen

Die Mutter liess die Kinder kurze Zeit unbeaufsichtigt, um im Haus etwas zu erledigen. Die Knaben machten sich in in der Zwischenzeit alleine zum hauseigenen Schwimmbad auf. Obwohl der Pool mittels einer Holzabsperrung von der Terrasse getrennt ist, fielen die Knaben laut Mitteilung der Kantonspolizei ins Becken.

Als die Mutter zurück kam, stellte sie fest, dass die Sicherheitsbarriere offen stand und die beiden Buben bewusstlos im Wasser lagen. Die Mutter sei sofort ins Schwimmbecken gesprungen, um ihre Kinder aus dem Wasser zu holen, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Mit einem Helikopter der Air-Glaciers wurden sie zunächst ins Spital von Sitten geflogen, wo der Jüngere der beiden am Abend verstarb. Der siebenjährige Bruder wurde mit schweren Verletzungen ins Universitätsspital CHUV nach Lausanne verlegt. Wie sich sein Gesundheitszustand entwickelt, konnte die Polizei vorerst nicht sagen.

Ursache meist Unachtsamkeit der Eltern

Dass Kinder in privaten Swimmingpools ertrinken, ist in der Schweiz nicht sehr häufig. Gemäss einer Zählung der sda gab es in den vergangenen zehn Jahren rund ein Dutzend solcher Unglücksfälle. Die Ursache war meist Unachtsamkeit der Eltern.

Häufiger sind Badeunfälle in öffentlichen Schwimmbädern. Der letzte Fall datiert vom vergangenen März, als ein Mädchen von drei Jahren im Hallenbad von Glattbrugg AG ertrank.

Kinder unter neun Jahren sind besonders gefährdet. «Selbst wenn ein Kind schwimmen kann, kann es unter Wasser die Orientierung verlieren und in Panik geraten», weiss die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). Ein Kind könne in weniger als 20 Sekunden untergehen und ertrinken, warnt die bfu.

Wichtige Regeln für Sommertage

Die bfu ruft deshalb einige wichtige Regeln für das Verhalten an Gewässern, bei Swimmingpools und Planschbecken in Erinnerung, angefangen bei der Aufsichtspflicht der Eltern. In Hitzeperioden sei es zudem besonders wichtig, nicht überhitzt oder mit vollem Magen ins Wasser zu springen.

Die Verlockungen des Wassers sind laut bfu so gross, dass in der Schweiz jährlich fünf Kinder im Alter von null bis neun Jahren beim Baden ertrinken. Ertrinken sei die zweithäufigste Ursache tödlicher Unfälle bei Kindern, direkt hinter dem Strassenverkehr.

Der Bub von Fully ist in diesem Jahr bereits das dritte Kind, das bei einem Badeunfall gestorben ist, dies bei insgesamt 23 Opfern, wie aus der jüngsten Statistik der Schweizerischen Lebensrettungs- Gesellschaft (SLRG) hervorgeht. Im vergangenen Jahr ertranken in Schweizer Gewässern 40 Menschen, darunter vier Kinder.

SDA/mw

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