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Zugunglück in der Waadt: Haltesignal wurde missachtet

Vor knapp einem Jahr endete eine Zugkollission in Granges-Marnand für den Lokführer tödlich, 26 Menschen wurde verletzt. Nun steht die Unfallursache definitiv fest.

Heftiger Aufprall: Die beiden Züge sind kurz vor dem Bahnhof Granges-près-Marnand frontal kollidiert. (29. Juli 2013)
Heftiger Aufprall: Die beiden Züge sind kurz vor dem Bahnhof Granges-près-Marnand frontal kollidiert. (29. Juli 2013)
Reuters
Spricht den Angehörigen des ums Leben gekommenen Lokführers sein Beileid aus: SBB-Chef Andreas Meyer bei der Pressekonferenz in Lausanne. (30. Juli 2013)
Spricht den Angehörigen des ums Leben gekommenen Lokführers sein Beileid aus: SBB-Chef Andreas Meyer bei der Pressekonferenz in Lausanne. (30. Juli 2013)
Jean-Christophe Bott, Keystone
Die Unfallursache ist bislang unklar. (29. Juli 2013)
Die Unfallursache ist bislang unklar. (29. Juli 2013)
Reuters
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Die Zugkollision in Granges-Marnand VD vor knapp einem Jahr mit einem Toten und 26 Verletzten ist wie bereits vermutet auf das Missachten eines Haltesignals im Bahnhof zurückzuführen. Dies geht aus dem heute veröffentlichten Schlussbericht der Unfalluntersuchungsstelle (SUST) hervor.

Die in dem Bericht veröffentlichten Empfehlungen an die Adresse der SBB sind inzwischen vollständig umgesetzt, wie SBB-Sprecher Christian Ginsig sagte. Diesbezüglich habe der Schlussbericht keine neuen Erkenntnisse zu Tage gefördert.

Zehn Millionen Franken Schaden

Zu dem verhängnisvollen Unfall war es am 29. Juli 2013 gekommen. Der Regionalzug Payerne-Lausanne kollidierte nach 332 Metern Fahrt nach dem Halt im Bahnhof von Granges-Marnand mit dem entgegenkommenden RegioExpress Lausanne-Payerne. Dabei wurde der Lokomotivführer des RegioExpress getötet. 26 der 45 Passagiere in beiden Zügen wurden verletzt, sechs davon schwer.

Der abfahrende Zug war nach der eingeleiteten Notbremsung noch mit einer Geschwindigkeit von rund 60 Kilometern pro Stunde (km/h) unterwegs, der RegioExpress mit 45 km/h, als es zur Kollision auf der einspurigen Strecke kam. Der Schaden am Rollmaterial wurde auf zehn Millionen Franken beziffert.

Im Schlussbericht der SUST wird nun bestätigt, dass der Zug im Bahnhof abgefahren ist, obwohl das Signal auf «Halt» gestellt war. Aber auch die mangelnde technische Sicherheitsausrüstung der Bahnhofinfrastruktur wird als Ursache genannt. Deshalb hat die SUST verschiedene Empfehlungen an die SBB abgegeben.

SBB hat Empfehlungen umgesetzt

Die Abfahrtsprozesse im Bahnhof Granges-Marnand wurden bereits im Rahmen der SBB-internen Massnahmen analysiert und angepasst, wie Ginsig dazu sagte. Demnach gilt das Vier-Augen-Prinzip und der Fahrdienstleiter muss die Abfahrerlaubnis erteilen.

Das damals noch fehlende Zugbeeinflussungssystem ZUB ist seit April in Betrieb. Die 21 ähnlich gelagerten Kreuzungsbahnhöfe wie Granges-Marnand sollen bis spätestens Ende 2015 nachgerüstet werden.

Unabhängig vom Unfall in Granges-Marnand prüft die SBB, ob das Führerstandssignalisationssystem ECTS Level 2, das ab 2025 netzweit eingeführt werden soll, allenfalls vorgezogen werden kann. Der entsprechende Entscheid soll Ende dieses Jahres oder Anfang nächstes Jahr fallen, wie Ginsig weiter sagte.

SDA/wid

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