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Zimmerman nun doch des Mordes angeklagt

Zehntausende Menschen hatten in den USA wochenlang die Festnahme von George Zimmerman gefordert, jetzt wurde gegen den Todesschützen Anklage erhoben. Er sitzt bereits im Gefängnis.

Die öffentlichen Forderungen wurden erfüllt: Der getötete Trayvon Martin (links) und der angeklagte George Zimmerman. (Archivbild)
Die öffentlichen Forderungen wurden erfüllt: Der getötete Trayvon Martin (links) und der angeklagte George Zimmerman. (Archivbild)
Keystone

Sechs Wochen nach dem Tod des unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin in Florida ist der Todesschütze wegen Mordes angeklagt worden. Der 28-jährige George Zimmerman habe sich des eventualvorsätzlichen Mordes schuldig gemacht, erklärte Sonderermittlerin Angela Corey am Mittwoch (Ortszeit).

Zimmerman wurde in Haft genommen, die Familie des Opfers reagierte erleichtert. Zimmerman hatte Ende Februar in Sanford im Bundesstaat Florida den 17-jährigen Trayvon Martin erschossen.

Trayvons Mutter bedankt sich

Zehntausende Menschen hatten in den vergangenen Wochen bei Demonstrationen die Festnahme Zimmermans gefordert. Mehr als 2,5 Millionen Menschen unterschrieben eine Petition mit der Forderung nach Gerechtigkeit in dem Fall. «Wir wollten ganz einfach eine Festnahme - nicht mehr und nicht weniger - und wir haben sie bekommen, und ich sage Danke» sagte Trayvon Martins Mutter Sybrina Fulton nach der Bekanntgabe der Anklage. «Ein Herz hat keine Farbe. Es ist nicht schwarz, es ist nicht weiss, es ist rot» betonte Fulton, bevor sie in Tränen ausbrach.

Zimmermans Anwalt Mark O'Mara kündigte an, sein Mandant werde heute bei einer Anhörung seine Unschuld betonen. Der 28-Jährige befürchte, keinen fairen Prozess zu bekommen. Sonderstaatsanwältin Corey betonte dagegen, die Staatsanwaltschaft handle nicht auf Grund von öffentlichem Druck. Wie in jedem anderen Fall werde auf Grundlage von Fakten und der Gesetze des Bundesstaates Anklage erhoben.

Der Tod Martins beschäftigt auch die Bundespolizei FBI sowie das Justizministerium in Washington, das vor drei Wochen die Prüfung eines möglichen rassistischen Motivs Zimmermans eingeleitet hatte. Nach Angaben von Justizminister Eric Holder reisten ranghohe Mitarbeiter seiner Behörde im Rahmen der Untersuchung nach Sanford und trafen dort auch mit Trayvon Martins Familie zusammen.

Kaltblütiger Mord oder Notwehr?

Der Fall spaltet die USA: Laut einer Umfrage der «Washington Post» glauben 80 Prozent der Schwarzen, aber nur 38 Prozent der Weissen, dass die Tötung des Jungen ungerechtfertigt war. George Zimmerman hatte angegeben, in Notwehr gehandelt zu haben. Der Jugendliche, der sich nach einem Einkauf in einem bewachten Wohngebiet auf dem Heimweg befand, war jedoch unbewaffnet. Die Polizei liess Zimmerman seinerzeit nach einer vorübergehenden Festnahme laufen und berief sich dabei auf ein Gesetz, das den Bürgern in Florida das Recht zu schiessen gibt, wenn sie sich ernsthaft bedroht fühlen.

Der Anwalt von Martins Familie warf Zimmerman dagegen vor, den Jugendlichen kaltblütig ermordet zu haben. Die Eltern des getöteten Jungen brachten den Fall mit einer Online-Kampagne an die Öffentlichkeit. Sie werfen den Behörden vor, nicht angemessen ermittelt zu haben, weil ihr Sohn schwarz und der Schütze weiss gewesen seien. Der Fall führte zu einer heftigen Debatte über laxe Waffengesetze und Rassismus im US-Justizsystem, in die sich auch Präsident Barack Obama einschaltete. «Wenn ich einen Sohn hätte, würde er wie Trayvon aussehen», sagte Obama und rief die Nation zur «Gewissensprüfung» auf.

SDA/fko

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