Zum Hauptinhalt springen

Wusste Rolls-Royce schon lange von den Triebwerkproblemen?

Einiges spricht dafür, dass dem britischen Hersteller die Mängel an seinen A380-Motoren schon vor der Notlandung Anfang November bekannt waren. Nun fordert Qantas eine Entschädigung.

Neue Erkenntnisse: Die Qantas-Maschine nach der Notlandung in Singapur.
Neue Erkenntnisse: Die Qantas-Maschine nach der Notlandung in Singapur.
Keystone
Glimpflich abgelaufen: Das beschädigte Triebwerk des Qantas-Airbus.
Glimpflich abgelaufen: Das beschädigte Triebwerk des Qantas-Airbus.
Keystone
Ein Tag nach der Notlandung der A380 musste eine Boeing-7474 der Qantas Airline umkehren. Die Qantas-Sprecherin sagt, es bestehe kein Zusammenhang bei den Triebwerkschäden.
Ein Tag nach der Notlandung der A380 musste eine Boeing-7474 der Qantas Airline umkehren. Die Qantas-Sprecherin sagt, es bestehe kein Zusammenhang bei den Triebwerkschäden.
Keystone
1 / 10

Technische Mängel waren schuld, dass das Triebwerk einer A380-Maschine von Qantas am 4. November kurz nach dem Start explodierte. Ein fehlerhaftes Lager des Trent 900 von Rolls-Royce hatte ein Ölleck verursacht, welches zu einem Feuer führte. Der britische Konzern lässt deshalb 40 Motoren der A380-Flotte austauschen.

Die Schwächen der Triebwerke waren bei Rolls-Royce womöglich aber schon länger bekannt, wie die «Süddeutsche Zeitung» schreibt. Es sei kaum anders zu erklären, dass die in diesem Jahr ausgelieferten A380-Maschinen von Lufthansa bereits über Motoren des Typs Trent 900 in einer verbesserten Version verfügten. Während die Airlines Qantas und Singapore ihre Triebwerke nun austauschen müssen.

«Rolls-Royce hat von den Problemen offenbar gewusst, aber die gravierenden Folgen unterschätzt», schliesst die Zeitung daraus. Unklar sei derzeit aber, ob und wie Kunden informiert waren.

«Schwerwiegende Mängel»

Ausserdem habe Rolls-Royce begonnen, Motoren von der Airbus-Endmontagelinie abzuzweigen und diese bei Flugzeugen, die bereits an Kunden ausgeliefert wurden, aber noch am Boden stehen, einzusetzen. So wolle man Engpässe bei den Kunden vermeiden. «Die Entscheidung von Rolls-Royce macht deutlich, wie schwerwiegend die Qualitätsmängel sind», schreibt das Blatt weiter.

Rolls-Royce wollte weder etwas bestätigen noch kommentieren.

Entschädigung gefordert

Neu an den verbesserten Triebwerken soll gemäss Vermutungen eine zusätzliche Ummantelung für das Lager im Innern des Triebwerks sein. Während bei der Lufthansa nur ein Triebwerk ausgewechselt werden muss, hat Qantas 14 Motoren zu ersetzen und Singapore Airlines deren 20.

Qantas fordert deshalb nun eine finanzielle Entschädigung von Rolls-Royce. Das habe die Airline gemäss «Süddeutsche Zeitung» erstmals angekündigt. Auch Airbus muss mit Verlusten rechnen: Wenn die bestellten A380-Maschinen nicht rechtzeitig ausgeliefert werden können, drohen Umsatzeinbussen in dreistelliger Millionenhöhe.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch