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Wird das Foto des Verdächtigen veröffentlicht?

Auf Fotos vom Tatort in Boston soll ein Mann zu erkennen sein, der einen schwarzen Rucksack trägt und diesen niederlegt. Die «New York Times» beschreibt Szenarien, wie die Ermittler das Bild nun nutzen können.

Das FBI sucht zwei Verdächtige und hat Video- und Fotoaufnahmen der beiden veröffentlicht.
Das FBI sucht zwei Verdächtige und hat Video- und Fotoaufnahmen der beiden veröffentlicht.
AP/FBI
Der eine Mann trägt eine graue Baseballmütze und einen schwarzen Rucksack, ...
Der eine Mann trägt eine graue Baseballmütze und einen schwarzen Rucksack, ...
AP/FBI
Trümmer und Blut waren nach der Explosion überall auf der Strasse sichtbar. (15. April 2013)
Trümmer und Blut waren nach der Explosion überall auf der Strasse sichtbar. (15. April 2013)
Keystone
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Drei Tage nach den Bombenexplosionen von Boston, bei denen drei Menschen getötet wurden und mehr als 170 Personen verletzt wurden, scheinen die Ermittlungen einen entscheidenden Schritt weiter. Gemäss verschiedenen US-Medien hat die Polizei derzeit einen Mann oder zwei Männer im Visier, die verdächtigt werden, die Bomben gelegt zu haben. Wie CNN und «LA Times» schreiben, sollen die Behörden Bilder erhalten haben, auf denen zwei Männer zu erkennen sind, die sich verdächtig verhalten. Mindestens einer der Männer soll auf einer Aufnahme zu sehen sein, wie er einen schwarzen Rucksack trägt.

Der Mann mit dem schwarzen Rucksack

Der «Boston Globe» schrieb zuvor, dass das FBI nur einen Mann im Visier habe. Aufnahmen zeigten einen Verdächtigen, der einen schwarzen Rucksack trage und diesen möglicherweise am Tatort in der Boylston Street niederlege, wo sich die zweite Bombenexplosion ereignet habe. Aus Ermittlerkreisen wurde bestätigt, dass es das Bild eines Verdächtigen gebe. Allerdings sei der Mann noch nicht identifiziert worden. Berichte, wonach bereits ein Verdächtiger festgenommen worden sei, waren zuvor von den Ermittlern dementiert worden.

Gemäss der «New York Times» sind auf den Bildern mehrere Menschen zu sehen, welche die Behörden kontaktieren möchten. Wie ein ungenannter Ermittler gegenüber der Zeitung sagt, sollen sie entweder wegen ihrer Nähe zur Explosion oder wegen ihrer Handlungen befragt werden.

Foto könnte veröffentlicht werden

Sollte sich herausstellen, dass man nun tatsächlich Bilder gefunden hat, auf denen ein Verdächtiger zu erkennen ist, wäre man damit in den Ermittlungen einen wichtigen Schritt weiter. Trotzdem haben die Kriminalisten noch einen langen Weg vor sich. Wie die «New York Times» schreibt, könne die Polizei das Bild eines Verdächtigen nun mit einer riesigen Datenbank von Polizeifotos vergleichen. Ergebe dies keine Übereinstimmung, könne eine Software die Bilder des Verdächtigen mit den Hunderten von Videos und Fotografien des Tatorts vergleichen, welche Bürger den Ermittlern zugesandt hätten. Möglich sei auch, dass Sicherheitskameras an Knotenpunkten wie beispielsweise auf Flughäfen so programmiert würden, dass die Kameras einen Alarm aussendeten, falls eine ähnlich aussehende Person vorbeilaufe.

Ein ehemaliger FBI-Agent sagt gegenüber der «New York Times», dass die Polizei das Foto auch in der Hoffnung veröffentlichen könne, dass jemand die Person darauf erkenne. Dies könne erwogen werden, sollte die Identifikation des Mannes anders nicht möglich sein. So erhöhe sich auch der Druck auf den Täter, sich selbst den Behörden auszuliefern.

Allerdings bleibt damit die Gefahr bestehen, dass ein Unschuldiger fälschlicherweise für den Täter gehalten wird. In Internetforen wird diesbezüglich mahnend an Richard Jewell erinnert, einen Sicherheitswächter, der beim Attentat auf die Olympischen Spiele von Atlanta 1996 die Bombe entdeckte und danach beschuldigt wurde, selbst der Täter zu sein.

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