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«Wir flogen wie Taschen durch das Abteil»

In Polen kollidierten zwei Züge frontal. Mindestens 15 Menschen starben, 54 Menschen sind verletzt. Noch immer sind Passagiere in den Trümmern der Wagen eingeschlossen.

Am Tag danach: Retter suchen weiterhin nach Überlebenden in den Zugtrümmern.
Am Tag danach: Retter suchen weiterhin nach Überlebenden in den Zugtrümmern.
Keystone
Die Luftansicht zeigt die beiden Züge, die am 4. März aufeinanderprallten.
Die Luftansicht zeigt die beiden Züge, die am 4. März aufeinanderprallten.
Keystone
Rescuers search for victims a day after the collision of two trains on March 4, 2012 near the town of Szczekociny. Rescue workers combed the wreckage of a head-on train crash in southern Poland as the death toll climbed to 16, with scores wounded in the country's worst rail disaster since 1990. Rescue workers had toiled overnight to pull survivors from the wreckage of the crash, which occurred on March 3, 2012. The cause has yet to be determined.   AFP PHOTO / BARTOSZ SIEDLIK
Rescuers search for victims a day after the collision of two trains on March 4, 2012 near the town of Szczekociny. Rescue workers combed the wreckage of a head-on train crash in southern Poland as the death toll climbed to 16, with scores wounded in the country's worst rail disaster since 1990. Rescue workers had toiled overnight to pull survivors from the wreckage of the crash, which occurred on March 3, 2012. The cause has yet to be determined. AFP PHOTO / BARTOSZ SIEDLIK
AFP
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Das schwerste Zugunglück in Polen seit mehr als 20 Jahren hat mindestens 16 Menschen das Leben gekostet. 58 weitere wurden bei dem Zusammenstoss zweier Bahnen am Samstagabend verletzt. Drei von ihnen schwebten am Sonntagabend noch in Lebensgefahr. Die Züge mit insgesamt 350 Menschen an Bord prallten bei Szczekociny nördlich von Krakau frontal aufeinander.

«Die Lichter gingen aus, alles flog durch die Luft», sagte ein Passagier dem Sender TVN24. «Wir flogen wie Taschen durch das Abteil.»

Ministerpräsident Donald Tusk sprach vom tragischsten Zugunglück in Polen seit vielen Jahren, nachdem er den Unglücksort am Sonntagmorgen mit Verkehrsminister Slawomir Nowak besucht hatte. Auch Staatspräsident Bronislaw Komorowski machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und besuchte Verletzte im Spital. Er kündigte eine zweitägige Staatstrauer an.

Beide Züge seien auf demselben Gleis gefahren und frontal ineinandergerast, sagte ein Vertreter der staatlichen Eisenbahngesellschaft PKP dem Sender TVN24.

Falsch fahrender Zug

Ein Zug sei von Przemysl nach Warschau unterwegs gewesen. Der andere Zug, von Warschau nach Krakau, hätte nicht auf dem Gleis fahren dürfen. Warum er es dennoch tat, darüber wollte die Bahn nicht spekulieren. An einem Gleis in der Gegend wurden vor dem Unglück Wartungsarbeiten ausgeführt.

Polnische Medien zeigten Bilder von beschädigten Wagen, die offenbar aus den Schienen gesprungen waren. Die Rettungskräfte beendeten am Sonntagmorgen ihre Suche nach Opfern. Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf.

Viele der Verletzten befanden sich nach Angaben eines Klinikarztes in kritischem Zustand. Einige seien in künstliches Koma versetzt worden, sagte der Mediziner Szymon Nowak.

Auch Ausländer an Bord

Auch mehrere Passagiere aus dem Ausland, unter anderem aus der Ukraine, Spanien und Frankreich, waren nach Angaben Tusks an Bord. Das US-Konsulat in Krakau erklärte, unter den Toten sei eine Amerikanerin.

Ein ähnlich schweres Zugunglück erlebte Polen 1990. Damals wurden beim Zusammenstoss zweier Züge im Warschauer Vorort Ursus 16 Menschen getötet. 1997 kamen zwölf Menschen bei einem Zugunfall in Reptowo ums Leben. Das schlimmste Bahnunglück seit dem Zweiten Weltkrieg war im Jahr 1980: Beim Zusammenstoss eines Güterzugs mit einem Personenzug nahe Otloczyn wurden 65 Menschen getötet.

SDA/kle

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