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Winterliche Strassen fordern erstes Todesopfer

Regen und Schnee hat die Schweiz heute fest im Griff. In Graubünden schneite es teils bis auf 800 Meter. In Samnaun kollidierte ein Auto mit einem Lastwagen. Eine 73-jährige Mitfahrerin starb noch auf der Unfallstelle.

Winterferien im Oktober: Verschneiter Garten des Hotel Margna in Sils-Baselgia GR.
Winterferien im Oktober: Verschneiter Garten des Hotel Margna in Sils-Baselgia GR.
Leserreporter
Bereits liegen einige Zentimeter Schnee: Sils-Baselgia.
Bereits liegen einige Zentimeter Schnee: Sils-Baselgia.
Leserreporter
Der Schnee ist an den meisten Orten sehr nass. (15. Oktober 2012)
Der Schnee ist an den meisten Orten sehr nass. (15. Oktober 2012)
Matthias Chapman, Newsnet
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Kaum liegt Schnee auf den Strassen, ist schon das erste Todesopfer zu beklagen: Eine 73-jährige Frau wurde heute in der Talschaft Samnaun GR bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt. Sie sass in einem Auto, das mit einem Lastwagen kollidierte. Der Lenker dieses Autos sowie zwei weitere Insassen erlitten einen Schock.

Der Autofahrer hatte auf der steil abfallenden und schneebedeckten Strasse versucht, einem Lastwagen auszuweichen, dessen Chauffeur Schneeketten montierte. Laut Polizei missriet das Ausweichmanöver, und es kam zur Kollision.

Die 73-jährige Mitfahrerin, die hinten rechts im Auto sass, wurde so schwer verletzt, dass sie noch auf der Unfallstelle starb. Die anderen drei Autoinsassen erlitten einen Schock und wurden hospitalisiert. Der Lastwagenlenker kam mit dem Schrecken davon. Der Personenwagen wurde total, der Lastwagen leicht beschädigt.

Mehrere Verletzte im Glarnerland

Ebenfalls auf Schnee zurückzuführen ist ein Selbstunfall in Haslen GL. Ein Lieferwagen mit Ladebrücke war im Gebiet Auenalp, etwa 1100 Meter über Meer, auf der Talfahrt von der mit schneematschnassen Strasse abgekommen. Laut Polizei rutschte das Fahrzeug 200 Meter den Abhang hinunter, wobei es sich mehrmals überschlug.

Zwei der vier Insassen, alles Arbeiter einer Baufirma, wurden schwer verletzt. Die Rega flog den Lenker, einen 25-jährigen Schweizer, mit schweren Kopfverletzungen ins Kantonsspital Glarus. Ein 47-jähriger portugiesischer Mitfahrer erlitt schwere Rückenverletzungen. Er wurde ins Universitätsspital Zürich geflogen.

Ein weiterer 47-jähriger Portugiese erlitt einen Beinbruch. Und 18-jähriger Schweizer wurde leicht verletzt. Diese beiden Arbeiter wurden mit der Ambulanz ins Kantonsspital Glarus gebracht.

Viele mit Sommerpneus unterwegs

Der Herbst zeigt sich heute wieder von seiner frostigen Seite. Es herrscht kalt-nasses Wetter im Flachland. Und die Berge erleben einen Wintereinbruch. «20 Zentimeter Neuschnee!» berichtete bereits heute Morgen ein Leserreporter aus der Urner Schöllenenschlucht. Zwischen Göschenen und Andermatt herrsche ein «Verkehrschaos». Viele Autofahrer seien noch mit Sommerpneus unterwegs.

Die Strasse nach Andermatt war am Vormittag für mehrere Stunden gesperrt, ebenso sämtliche Pässe des Kantons (siehe auch Infobox). Ab Göschenen sei eine Winterausrüstung erforderlich. «Auch die Strasse zum Furka-Autoverlad ist schneebedeckt», sagte die Sprecherin der Urner Kantonspolizei Fränzi Stalder gegenüber Redaktion Tamedia. Winterpneus seien auch hier empfohlen.

Frostige Nacht auch im Flachland

In Nord- und Mittelbünden konnte die Schneedecke bis am frühen Abend bereits über 30 Zentimeter betragen. Und in der kommenden Nacht könnten die Temperaturen auch im Flachland in den Minusbereich sinken. «An exponierten Stellen kann es bis zu -3 Grad kalt werden», sagt Adrian Stolz, Meteorologe von Meteo Schweiz, gegenüber Redaktion Tamedia.

Besonders in flach gelegenen Städten und Dörfern, die nicht durch Hügel oder Wälder geschützt sind, soll es durch die kalten Temperaturen zu Bodenfrost kommen, sagt Stolz. Niederschlag gebe es allerdings keinen, weshalb Morgen früh auch nicht mit rutschigen Strassen zu rechnen ist. Im Verlaufe des morgigen Tages soll das Thermometer wieder auf deutlich wärmere Temperaturen klettern.

Bis zu 80 cm Neuschnee

Von den heutigen Niederschlägen sind insbesondere die östlichen Voralpen, das Bündnerland und das Nordtessin betroffen. Aber auch im Jura, am zentralen und östlichen Alpennordhang inklusive Berner Oberland schneite es bis in tiefe Lagen hinab. In den westlichen Landesteilen beruhigt sich die Lage nun. Die Störung zieht ostwärts ab. Die letzten Niederschläge dürften in Graubünden in der Nacht auf Dienstag fallen.

Meteonews rechnet in den betroffenen Landesteilen mit Niederschlägen zwischen 60 und 80 mm, örtlich könnte es auch bis zu 100 mm geben. «In Trin bei Chur sind bis auf 800 Meter hinab Flocken gefallen, ab 1000 Höhenmetern präsentiert sich das Bündnerland angezuckert», sagt Sarina Scheidegger von Meteonews. Ab 2000 Höhenmetern könnte es örtlich rund 50 cm Neuschnee geben. Am Alpenhauptkamm vom Gotthardgebiet bis zum Ofenpass oberhalb von 2500 Metern sogar Schneemengen bis 80 Zentimeter, wie das Institut für Schnee- und Lawinenforschung mitteilt. Darunter dürften es deutlich weniger werden, weil der Schnee sehr nass sei.

Wetterbesserung in Sicht

Insgesamt wird es eine wettertechnisch kontrastvolle Woche geben. Der Dienstag wird laut Meteonews kühl und teilweise neblig beginnen, tagsüber kommt die Sonne aber wieder gut zum Zug. Es wird in allen Höhenlagen milder, die Frostgrenze steigt weiter.

Am Donnerstag und Freitag sind in den Föhntälern Höchstwerte zwischen 22 und 24 Grad möglich, selbst die Sommermarke von 25 Grad liegt in Reichweite. Die Nullgradgrenze findet sich dann in Höhen zwischen 3600 und 4000 Metern.

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