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Scharfschütze trifft IS-Kämpfer im Irak aus Rekorddistanz

Ein kanadischer Soldat hat im Irak einen IS-Kämpfer aus 3,5 Kilometern Entfernung getroffen. Wie ist das überhaupt möglich?

Scharfschützen im Einsatz: Ein irakischer Soldat nimmt eine Position des IS in der Nähe von West-Mosul ins Visier. (17. Juni 2017)
Scharfschützen im Einsatz: Ein irakischer Soldat nimmt eine Position des IS in der Nähe von West-Mosul ins Visier. (17. Juni 2017)
Martyn Aim/Getty Images

Weniger als 10 Sekunden dauerte es, bis die Kugel, abgeschossen von einem kanadischen Scharfschützen, einen Kämpfer des IS im Irak getroffen hat. Die Distanz zwischen Verlauf und Zielobjekt: 3,5 Kilometer. Es sei ein Rekord, schreiben verschiedene Medien, allerdings ein makabrer, wie der «Stern» präzisiert. Den bisherigen Spitzenwert erreichte ein britischer Soldat aus einer Distanz von 2,4 Kilometern.

Vieles ist unklar: Die kanadische Regierung hält Details über die Operation im Irak unter Verschluss. Die Identität des Schützen ist nicht bekannt. Es gibt auch keine Informationen darüber, ob der IS-Anhänger letztlich durch den Schuss getötet wurde, wie die «Washington Post» schreibt. Anonyme militärische Quellen hätten aber behauptet, dass der von einem Hochhaus abgefeuerte Schuss anhand eines Videos verifiziert worden sei.

«Dieser Schuss hat einen Angriff des Islamischen Staats auf irakische Truppen gestoppt. So mussten keine Bomben eingesetzt werden, die eventuell zivile Opfer gefordert hätten», zitiert der «Stern» eine Quelle aus dem kanadischen Militär. Kanada beteiligt sich im Rahmen der von den USA angeführten internationalen Koalition seit November 2014 im Irak am Kampf gegen die Jihadistenmiliz IS.

Erdrotation spielt auch eine Rolle

Um ein Ziel aus einer so grossen Distanz treffen zu können, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden: Wind, Geschwindigkeit, Temperatur, Luftdruck, Kurs des Geschosses und die Erdrotation.

Diese Variablen würden in einem ersten Schritt anhand von Wettergeräten oder Reichweitenmessern gesammelt, dann von einem ballistischen Gerät ausgewertet. Anhand der Ergebnisse kann der Schütze die notwendigen Anpassungen vornehmen, sagt ein Experte zur «Washington Post».

Top-Schützen aus Kanada

In der Rangliste der Top-Schützen stehen die Kanadier weit oben. Drei von ihnen gehören zu den fünf besten Snipern der Welt. Ein Militärhistoriker beschreibt die Kanadier gegenüber der «Washington Post» als perfekt geeignet für diese Aufgabe, dank ihrer Geduld und ihrem akkuraten Sehvermögen. Viele hätten ihre Wurzeln in der Landwirtschaft und der Jagd, während etwa britische Soldaten eher städtischen Ursprungs seien.

«Ich sage es schon lange: Kanadische Sniper sind die Besten der Welt», sagt ein Soldat, der bei der Operation im Irak dabei war, dem Magazin «Mcleans». «Das kanadische Trainingsprogramm gibt es schon lange. Es bildete eine Ausbildungs-Grundlage und wurde anhand der Erfahrungen in Afghanistan erweitert.»

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