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Wer wird die Mine als Letzter verlassen?

Für die chilenischen Bergleute, die seit Monaten unter der Erde gefangen sind, könnte die Tortur am Montag zu Ende sein. Bereits wird verhandelt, in welcher Reihenfolge sie geborgen werden sollen.

Zur Rettungsaktion ist auch Chiles Präsident Sebastian Pinera (in der roten Jacke) angereist.
Zur Rettungsaktion ist auch Chiles Präsident Sebastian Pinera (in der roten Jacke) angereist.
Reuters
1600 Journalisten aus der ganzen Welt sind ins Zeltlager Esperanza angereist, um über die Rettung der verschütteten Bergleute zu berichten. Wer etwas mehr Komfort wünscht, kann für 350 Franken die Nacht in einem Luxuszelt übernachten.
1600 Journalisten aus der ganzen Welt sind ins Zeltlager Esperanza angereist, um über die Rettung der verschütteten Bergleute zu berichten. Wer etwas mehr Komfort wünscht, kann für 350 Franken die Nacht in einem Luxuszelt übernachten.
Reuters
Einer der 33 eingeschlossenen Bergarbeiter.
Einer der 33 eingeschlossenen Bergarbeiter.
Keystone
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Der über zweimonatige Albtraum der Chilenischen Minenarbeiter könnte nach dem Wochenende endlich vorbei sein. Doch bevor die 33 Bergleute die ersehnte Reise ans Tageslicht antreten können, wird es in ihrem engen Schacht noch etwas voller: Drei Trauma-Spezialisten und 13 Bergungsspezialisten werden in ihr 700 Meter tiefes Gefängnis herunterfahren. Sie sollen die Kumpel untersuchen und die endgültige Reihenfolge festlegen, in der sie geborgen werden sollen, erklärte der Kommandeur der chilenischen U-Boot-Flotte, Flotillenadmiral Renato Navarro, der Nachrichtenagentur AP am Freitag.

Reihenfolge spielt entscheidende Rolle

Die Liste gebe es bereits in einem ersten Entwurf, sagte Navarro. Die Ärzte und Bergungsspezialisten sollen die 33 Kumpel vor Ort noch einmal untersuchen und sie dann in der Rettungskapsel festmachen, die sie in 15 Minuten bis 20 Minuten ins Freie befördern soll. Die Ärzte seien ermächtigt, die auf Voruntersuchungen basierende Reihenfolge zu ändern, betonte Navarro. Denn diese spiele bei dem Erfolg des vermutlich 48-stündigen Einsatzes eine entscheidende Rolle.

Die Liste basiere auf den täglichen Einschätzungen zur physischen und psychischen Stärke der Bergleute, erklärte Navarro. Derjenige, der mit dem Rettungskorb als erster nach oben geholt werde, müsse in der Lage sein, einen Rückschlag zu verkraften. «Diejenigen, die den folgenden am besten beschreiben können, wie man mögliche Probleme mit der Kapsel vermeidet, gehen als erste. Dann folgen diejenigen, die krank sind oder an dem einen oder anderen Problem leiden. Die letzten werden die physisch und charakterlich stärksten sein.»

Einige der Bergleute leiden an chronischen Krankheiten, etwa Diabetes und Bluthochdruck. Der älteste, Mario Gomez, ist 63 Jahre alt.

Rettung schon am Montag?

Der chilenische Bergbauminister Laurence Golborne erklärte, ein Schacht, der gross genug für den Rettungskorb ist, könnte schon am Samstag fertig sein. Das bedeute, dass die ersten Bergleute vielleicht schon am Montag oder Dienstag nach oben geholt werden könnten.

Doch welcher Kumpel wird die Mine als letzter verlassen? Vor Ort wird spekuliert, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach Schichtleiter Luis Urzua sein wird. Denn seiner Führung dürfte es zu verdanken sein, dass die Minenarbeiter noch am Leben sind. In den ersten 17 Tagen hörte die Truppe auf sein Kommando und teilte das Essen rigide ein.

«Kapitän» als Letzter?

«Es könnte Urzua sein, rein nach dem Satz: Der Kapitän verlässt als Letzter das Schiff. Aber bestätigt ist nichts», so Navarro. Bekannte von Urzua glauben, dass er darauf bestehen wird, als Letzter zu gehen. Doch auch nach dem letzten Minenarbeiter werden zwei Menschen übrig bleiben: Die Trauma-Spezialisten werden als Allerletzte wieder ans Tageslicht kommen. Im Falle, dass etwas schiefgeht, sind sie darauf trainiert, unter Tage überleben zu können.

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