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Was über den Anschlag bekannt ist

Der Hauptverdächtige ist ein 28-jähriger Australier, der am Samstag vor Gericht erscheinen soll und wegen Mordes angeklagt ist. Die Fakten im Überblick.

red
Bei einem bewaffneten Angriff in zwei Moscheen in Christchurch sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen.

In zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch hat mindestens ein Schütze das Feuer eröffnet und mindestens 40 Menschen getötet sowie weitere verletzt. Das ganze Land steht unter Schock, Premierministerin Jacinda Ardern sprach von «einem der schwärzesten Tage Neuseelands». Die Angriffe seien als «Terroranschlag» zu werten, der offenbar «gut vorbereitet» gewesen sei. Was wir über den Angriff wissen – und was noch unklar ist.

Was wir wissen

  • Die Zahl der Toten ist inzwischen bekannt: Die Polizei teilte mit, dass mindestens 49 Menschen getötet wurden. Premierministerin Ardern hatte zuvor von mindestens 40 Toten gesprochen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden werden noch 48 Menschen mit Schusswunden in den Spitälern der Stadt behandelt.
  • Vier Verdächtige konnte die Polizei bereits festnehmen, drei Männer und eine Frau. Einer davon habe zwar eine Waffe dabeigehabt, aber nichts mit der Sache zu tun. Ausserdem fand die Polizei zwei improvisierte Sprengsätze. Zum Fundort, also ob der Sprengstoff im Auto des Schützen oder an verschiedenen Autos gefunden wurde, gab es zunächst widersprüchliche Angaben.
  • Der Hauptverdächtige ist ein 28-jähriger Australier, der am Samstag vor Gericht erscheinen soll und wegen Mordes angeklagt ist. Eine der drei weiteren festgenommenen Personen wurde inzwischen wieder freigelassen.
  • Die Angriffe fanden in der Al-Noor-Moschee im Stadtzentrum von Christchurch und in einer Moschee im Vorort Linwood statt. Sie ereigneten sich während des Freitagsgebets, als die Moscheen voll waren. Gegen 13.15 Uhr Ortszeit fielen die ersten Schüsse.
  • Einer der Täter streamte seine Tat live auf Facebook. Facebook löschte seine Accounts nach einem Hinweis der Polizei. Das Video kursiert trotzdem weiter im Netz.
  • In dem Video ist ein serbisch-nationalistisches Kampflied zu hören. Das Lied «Karadzic, führe deine Serben» kursiert im Internet seit einigen Jahren im Zusammenhang mit einem anti-muslimischen Meme. Als Memes werden Bilder und Videos bezeichnet, die im Internet vielfach verbreitet werden.
  • Der mutmassliche Terrorist, der die Al-Noor-Moschee angriff, ist nach Angaben von Australiens Premier Scott Morrison ein rechtsextremer Australier. Er habe zuvor auf keiner Terrorliste gestanden.
Neuseeland gedenkt eine Woche nach der Attacke auf zwei Moscheen der 50 Todesopfer. Unter ihnen Premierministerin Jacinda Ardern.
Neuseeland gedenkt eine Woche nach der Attacke auf zwei Moscheen der 50 Todesopfer. Unter ihnen Premierministerin Jacinda Ardern.
Vincent Thian, Keystone
Zaed Mustafa (l.), der seinen Vater und seinen Bruder beim Terroranschlag vom letzten Freitag verloren hat, wird zum Freitagsgebet in Christchurch begrüsst.
Zaed Mustafa (l.), der seinen Vater und seinen Bruder beim Terroranschlag vom letzten Freitag verloren hat, wird zum Freitagsgebet in Christchurch begrüsst.
Mark Baker, Keystone
Drohungen: Der IS hat angekündigt, die Moschee-Angriffe in Christchurch zu rächen. (19. März 2019)
Drohungen: Der IS hat angekündigt, die Moschee-Angriffe in Christchurch zu rächen. (19. März 2019)
Vincent Thian (AP), Keystone
Schüler gedenken der Terroropfer mit einem Haka. (18. März 2019)
Schüler gedenken der Terroropfer mit einem Haka. (18. März 2019)
Screenshot Reuters-Video
Der mutmassliche Täter hat seinen Pflichtverteidiger von seinem Mandat als Anwalt entbunden. (16. März 2019)
Der mutmassliche Täter hat seinen Pflichtverteidiger von seinem Mandat als Anwalt entbunden. (16. März 2019)
Martin Hunter, Keystone
Stellte sich dem Attentäter in den Weg, der vor zwei Moscheen in Christchurch 50 Menschen erschoss und 50 weitere verletzte: Abdul Aziz. (17. März 2019)
Stellte sich dem Attentäter in den Weg, der vor zwei Moscheen in Christchurch 50 Menschen erschoss und 50 weitere verletzte: Abdul Aziz. (17. März 2019)
Anthony Wallace, AFP
Neuseeland trauert: Gedenkstätte für die Opfer in Christchurch.
Neuseeland trauert: Gedenkstätte für die Opfer in Christchurch.
Anthony Wallace, AFP
Die Grossmutter des Täters hat sich zu Wort gemeldet. Sie ist fassungslos ob der Tat. (17. März 2019)
Die Grossmutter des Täters hat sich zu Wort gemeldet. Sie ist fassungslos ob der Tat. (17. März 2019)
Channel 9, Keystone
Der im Rollstuhl sitzende Farid Ahmad hat den Anschlag überlebt. Er soll nach eigenen Worten dem Attentäter verziehen haben. Ahmads Frau Husna ist eine der 50 Toten des Attentats.
Der im Rollstuhl sitzende Farid Ahmad hat den Anschlag überlebt. Er soll nach eigenen Worten dem Attentäter verziehen haben. Ahmads Frau Husna ist eine der 50 Toten des Attentats.
Mick Tsikas, Keystone
Die beiden Dorfpolizisten hatten den Attentäter von Christchurch 36 Minuten nach dem ersten Notruf festgenommen.
Die beiden Dorfpolizisten hatten den Attentäter von Christchurch 36 Minuten nach dem ersten Notruf festgenommen.
Twitter @ROBERT22051432, Reuters
Neuseelands Polizeichef Mike Bush sagte, er sei «ausserordentlich stolz» auf das Eingreifen der beiden Beamten.
Neuseelands Polizeichef Mike Bush sagte, er sei «ausserordentlich stolz» auf das Eingreifen der beiden Beamten.
Marty Melville, AFP
Tag der Trauer: Die Neuseeländische Flagge auf dem Parlamentsgebäude in Wellington weht auf Halbmast. (15. März 2019)
Tag der Trauer: Die Neuseeländische Flagge auf dem Parlamentsgebäude in Wellington weht auf Halbmast. (15. März 2019)
Marty Melville, AFP
Die Anteilnahme ist gross: Menschen haben Blumen und Kerzen vor der Masjid Moschee in Wellington gelegt. (15. März 2019)
Die Anteilnahme ist gross: Menschen haben Blumen und Kerzen vor der Masjid Moschee in Wellington gelegt. (15. März 2019)
Marty Melville, AFP
Eine kugelsichere Weste und Schutzausrüstung: Dieses Bild veröffentlichte der mutmassliche Täter am 12. März 2019 auf Twitter.
Eine kugelsichere Weste und Schutzausrüstung: Dieses Bild veröffentlichte der mutmassliche Täter am 12. März 2019 auf Twitter.
Twitter, Reuters
Auf den Waffenmagazinen hat der mutmassliche Angreifer Namen und Daten geschrieben: Auch seine Munition postete der mutmassliche Täter.
Auf den Waffenmagazinen hat der mutmassliche Angreifer Namen und Daten geschrieben: Auch seine Munition postete der mutmassliche Täter.
Twitter, Reuters
Tief betroffen: Anwohner von Christchurch versammeln sich vor einer Absperrung in der Nähe einer der angegriffenen Moscheen. (15. März 2019)
Tief betroffen: Anwohner von Christchurch versammeln sich vor einer Absperrung in der Nähe einer der angegriffenen Moscheen. (15. März 2019)
Tessa Burrows, AFP
Glauben vereint: Muslime beten nach ihrem Freitagsgebet auf den Strassen von Bangladesch für die Opfer der Attacken in Christchurch. (15. März 2019)
Glauben vereint: Muslime beten nach ihrem Freitagsgebet auf den Strassen von Bangladesch für die Opfer der Attacken in Christchurch. (15. März 2019)
Mohammad Ponir Hossain, Reuters
Kein Durchkommen mehr möglich: Ein bewaffneter Polizist sichert einen kleinen Park in der Nähe der Masjid al Noor Moschee. (15. März 2019)
Kein Durchkommen mehr möglich: Ein bewaffneter Polizist sichert einen kleinen Park in der Nähe der Masjid al Noor Moschee. (15. März 2019)
Tessa Burrows, AFP
Bei bewaffneten Angriffen auf zwei Moscheen in Christchurch sind nach Angaben der Regierung 40 Menschen getötet worden: Blutige Bandagen am Boden. (15. März 2019)
Bei bewaffneten Angriffen auf zwei Moscheen in Christchurch sind nach Angaben der Regierung 40 Menschen getötet worden: Blutige Bandagen am Boden. (15. März 2019)
Martin Hunter, Keystone
Aus Sorge vor weiteren Attacken riegelt die Polizei Schulen und andere öffentliche Gebäude ab. (15. März 2019)
Aus Sorge vor weiteren Attacken riegelt die Polizei Schulen und andere öffentliche Gebäude ab. (15. März 2019)
Mark Baker, AFP
Mehr als 20 Menschen sind nach Angaben der neuseeländischen Regierung schwer verletzt worden. Der genaue Ablauf der Attacke war auch nach Stunden noch unklar. (15. März 2019)
Mehr als 20 Menschen sind nach Angaben der neuseeländischen Regierung schwer verletzt worden. Der genaue Ablauf der Attacke war auch nach Stunden noch unklar. (15. März 2019)
Mark Baker/AP, Keystone
Der «Terroranschlag» sei «gut vorbereitet» gewesen, sagte Regierungschefin Jacinda Ardern. (15. März 2019)
Der «Terroranschlag» sei «gut vorbereitet» gewesen, sagte Regierungschefin Jacinda Ardern. (15. März 2019)
AFP
Weiter fand die Polizei an Autos zwei Sprengsätze. Diese wurden entschärft. (15. März 2019)
Weiter fand die Polizei an Autos zwei Sprengsätze. Diese wurden entschärft. (15. März 2019)
Mark Baker/AP, Keystone
Die Angriffe waren in der Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum von Christchurch und in einer Moschee im Vorort Linwood verübt worden. Sie ereigneten sich während des Freitagsgebets. (15. März 2019)
Die Angriffe waren in der Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum von Christchurch und in einer Moschee im Vorort Linwood verübt worden. Sie ereigneten sich während des Freitagsgebets. (15. März 2019)
Mark Baker/AP, Keystone
Eine der betroffenen Moscheen: Die Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum von Christchurch. (15. März 2019)
Eine der betroffenen Moscheen: Die Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum von Christchurch. (15. März 2019)
Martin Hunter, Keystone
Ein Augenzeuge sagte dem Sender Radio New Zealand, er habe Schüsse gehört und vier Menschen auf dem Boden liegen gesehen, mit «Blut überall». (15. März 2019)
Ein Augenzeuge sagte dem Sender Radio New Zealand, er habe Schüsse gehört und vier Menschen auf dem Boden liegen gesehen, mit «Blut überall». (15. März 2019)
Mark Baker/AP, Keystone
Die Polizei rief dazu auf, im Zentrum von Christchurch nicht auf die Strasse zu gehen und jedes verdächtige Verhalten zu melden. (15. März 2019)
Die Polizei rief dazu auf, im Zentrum von Christchurch nicht auf die Strasse zu gehen und jedes verdächtige Verhalten zu melden. (15. März 2019)
Mark Baker/AP, Keystone
Unklar war zunächst, wie viele Menschen sich zum Tatzeitpunkt in der Moschee aufhielten. Später berichteten örtliche Medien von rund 300 Gläubigen. (15. März 2019)
Unklar war zunächst, wie viele Menschen sich zum Tatzeitpunkt in der Moschee aufhielten. Später berichteten örtliche Medien von rund 300 Gläubigen. (15. März 2019)
Mark Baker/AP, Keystone
Im Internet kursierte ein Video, das angeblich von einem der Täter stammte. In Ego-Shooter-Manier schoss er auf alles, was sich bewegte. Auf dem Video, das mittlerweile gelöscht worden sein soll, waren zahlreiche Verletzte und am Boden liegende Personen zu sehen. (15. März 2019)
Im Internet kursierte ein Video, das angeblich von einem der Täter stammte. In Ego-Shooter-Manier schoss er auf alles, was sich bewegte. Auf dem Video, das mittlerweile gelöscht worden sein soll, waren zahlreiche Verletzte und am Boden liegende Personen zu sehen. (15. März 2019)
Reuters
Die Angriffe lösten einen Grosseinsatz aus. Für den Pazifikstaat Neuseeland ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. (15. März 2019)
Die Angriffe lösten einen Grosseinsatz aus. Für den Pazifikstaat Neuseeland ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. (15. März 2019)
Mark Baker/AP, Keystone
In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50'000 Muslime, viele davon Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. (15. März 2019)
In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50'000 Muslime, viele davon Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. (15. März 2019)
Mark Baker/AP, Keystone
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Was wir nicht wissen

  • Wer die verhafteten Verdächtigen sind, ist unbekannt. Es liegt nahe, dass unter ihnen auch der Mann ist, der in dem Video des Anschlags als Täter zu sehen ist, aber eine Bestätigung gibt es dafür nicht. Die Polizei hat die Sicherheitsvorkehrungen in Christchurch aber langsam heruntergefahren, was dafür spricht, dass sie nicht mit weiteren flüchtigen Verdächtigen rechnet. Die Menschen sollten trotzdem nach Möglichkeit weiter zu Hause bleiben. Zu den drei anderen Festgenommenen ist nichts bekannt.
  • Wie der Anschlag genau ablief, ist unklar. Die Polizei machte keine Angaben dazu, ob nur einer der Verdächtigen tatsächlich schoss und dann von einer Moschee in die andere fuhr, oder ob die Angreifer koordiniert an zwei Orten gleichzeitig zuschlugen.
  • Im Netz kursiert ein rechtsradikales Manifest, das den Anschlag anzukündigen scheint. Ob der Autor aber wirklich der Täter oder einer der Festgenommenen ist, ist noch nicht zweifelsfrei belegt. Auch ist nicht bekannt, ob die Verdächtigen mit anderen rechtsextremen Gruppen oder Organisationen in Verbindung standen.
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