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Von 1,4 Millionen auf 150'000

Bei der verhängnisvollen Loveparade in Duisburg soll laut «Focus« nur ein Zehntel der vom Veranstalter genannten Zahl auf dem Areal gewesen sein. Weiter wird das Verhalten der Polizei genau analysiert.

Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt: Der Entwurf eines Stahlreliefs des Künstlers Jürgen Meister, das zum Gedenken an die 21 Opfer der Loveparade in der Nähe der Unglücksstelle in Duisburg aufgestellt werden soll. (20. Dezember 10)
Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt: Der Entwurf eines Stahlreliefs des Künstlers Jürgen Meister, das zum Gedenken an die 21 Opfer der Loveparade in der Nähe der Unglücksstelle in Duisburg aufgestellt werden soll. (20. Dezember 10)
Keystone
Am 1. Juni 2011 wurde bekannt, dass sich der Anfangsverdacht bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg zum Loveparade-Drama bestätigt hat.
Am 1. Juni 2011 wurde bekannt, dass sich der Anfangsverdacht bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg zum Loveparade-Drama bestätigt hat.
Keystone
Die Polizei war mit 1200 Beamten vor Ort.
Die Polizei war mit 1200 Beamten vor Ort.
Keystone
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Bei der Loveparade in Duisburg sollen nur 150'000 Menschen auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs gewesen sein. Das berichtet das Nachrichtenmagazin «Focus». Anhand von Luftaufnahmen gehe die Polizei intern von dieser Zahl aus.

Einige Stunden vor der Massenpanik, bei der 21 Menschen zu Tode kamen, hatte der Loveparade-Organisator Rainer Schaller zum Besucherandrang gesagt: «Da passen 1,6 Millionen Menschen drauf, die Zahl werden wir heute nicht erreichen, höchstens 1,4 Millionen.» Die amtliche Genehmigung für den Veranstalter, die Berliner Lopavent GmbH, galt nach Informationen von Spiegel Online für maximal 250.000 Menschen.

Kein Funkgerät

Der «Focus» berichtet, die Ermittler überprüften unter anderem die Frage, warum der Polizeiführer nicht bereits nach dem ersten Hilferuf des Veranstalters gegen 15.30 Uhr zur Gefahrenabwehr das Kommando auf dem Gelände übernommen habe. «Auf diese Weise hätte man womöglich frühzeitig die Eingangschleusen schliessen und eine Massenpanik im Tunnel vor der Rampe zum Festgelände verhindern können», heisst es in dem Bericht.

Der «Spiegel» berichtete, der vom Veranstalter eingesetzte Crowd-Manager, der aus dem Container an der Hauptrampe den Publikumszugang steuern sollte, habe nach eigenen Angaben bereits vor 15.00 Uhr Hilfe bei der Polizei angefordert. Entgegen seinem Wunsch sei der Verbindungsbeamte neben ihm im Container aber nicht weisungsbefugt gewesen. Ausserdem habe der Polizist kein Funkgerät gehabt. Dies habe dazu geführt, dass erst mit 30-minütiger Verzögerung ein leitender Beamter eingetroffen sei. Aus Polizeikreisen hiess es laut «Spiegel», möglicherweise habe es eine solche Verspätung gegeben. Sie sei aber nicht ins Gewicht gefallen.

Videos ausgewertet

Beschlagnahmte Überwachungsvideos weisen laut «Spiegel» darauf hin, dass der Ansturm auf die Treppe, an der viele Opfer starben, auch durch die Unachtsamkeit von Security-Mitarbeitern ausgelöst wurde. Ein Ordner sei zunächst nicht eingeschritten, als um 16.16 Uhr ein Mann einen Schutzzaun überstiegen habe und über die Treppe nach oben gelaufen sei. Diese Aktion habe eine Kettenreaktion ausgelöst, so dass Hunderte Eingeschlossene zu der Treppe gedrängt seien.

dapd/sam

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