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Verwahrung ist eine Möglichkeit

Gemäss Gerichtspsychiater Josef Sachs könnte das Strafmass für Peter Hans Kneubühl sehr hart ausfallen. Zudem drohen dem Bieler Rentner hohe Kosten.

Das Strafmass könnte ihn hart treffen: Peter Hans Kneubühl.
Das Strafmass könnte ihn hart treffen: Peter Hans Kneubühl.

Nach der Verhaftung von Peter Hans Kneubühl werde sich die Frage einer Verwahrung «selbstverständlich stellen», sagt Gerichtspsychiater Josef Sachs gegenüber der Zeitung «Sonntag»: «Es stellt sich die Frage, ob der Täter behandelbar ist oder nicht.»

Falls nicht, steh bei schweren Delikten gegen Leib und Leben eine Verwahrung zur Debatte. Entscheidend sei, ob die psychische Störung zu einem Rückfall führen könnte. Er selbst, so Sachs, kenne ein Beispiel, «wo Behördenhass zu einem Tötungsversuch und letztlich zur Verwahrung führte.»

Stationäre Behandlung nicht auszuschliesse

Auch für Martin Kiesewetter, früherer Leiter beim forensisch-psychiatrischen Dienst der Psychiatrischen Uni-Klinik in Zürich, «besteht die Möglichkeit einer Verwahrung», wie er der Zeitung «Sonntag» sagte: «Wenn ein Richter die Tatbestände erfüllt sieht, wird sie auch angeordnet.» Eine stationäre Behandlung sei dann nicht auszuschliessen, «wenn die Aussicht auf eine erkennbare Verbesserung der Prognose besteht.»

Es wird auch in Zukunft wieder solche Fälle geben, so Kiesewetter: «Vielleicht sogar von Menschen, die ihn als Vorbild nehmen könnten.» Der ehemalige Aargauer Polizei-Kommandant Léon Borer bezeichnet Kneubühl im «Sonntag» als «gefährlich, rücksichtslos und somit ein öffentliches Risiko.»

Eine psychiatrische Begutachtung werde mehr über die Persönlichkeit aussagen, aber Borer ist schon jetzt überzeugt: «Eine Verwahrung wird das Gericht sicher prüfen.»

Fall kostete 4,3 Millionen Franken

Die Tat könnte Kneubühl auch finanziell stark belasten: Die Bieler Sicherheitsdirektorin Barbara Schwickert will Peter Hans Kneubühl zur Kasse beten – er soll sich an den Kosten des Polizeieinsatzes beteiligen: «Jemand, der einen Schaden verursacht oder die Verursachung eines Schadens in Kauf nimmt, sollte die Konsequenzen tragen und für die finanziellen Folgen aufkommen», sagte Schwickert gegenüber der Zeitung «Sonntag».

Die gesetzlichen Grundlagen seien vorhanden, um Kneubühl «die ihm zuzurechnenden Kosten in Rechnung zu stellen». Ob er die Beträge tatsächlich zahlen könne, sei derzeit «schwierig vorauszusagen».Hans-Jürg Käser, Polizeidirektor des Kantons Bern, hält eine Kostenbeteiligung des Amok-Schützen für prüfenswert: «Die Frage, ob Kneubühl zur Kasse gebeten werden soll, kann man sich überlegen», so Käser. Auch Bieler Stadträte fordern Regress.

«Man muss auf Kneubühl Regress nehmen und ihn mindestens für einen grossen Teil der Kosten haftbar machen», verlangt SP-Stadträtin Dana Augsburger. Für EVP-Stadtrat Paul Blösch ist «klar, dass sich Kneubühl und seine Verwandtschaft an den hohen Einsatzkosten beteiligen müssen».

Eine erste Hochrechnung zeigt: Der Polizei-Einsatz kostete mindestens 4,3 Millionen Franken. Dieser Betrag ergibt sich aus der neuntägigen Fahndung, bei der täglich im Schnitt 200 Polizisten rund um die Uhr im Einsatz standen, und einem Stundenansatz von 100 Franken pro Polizist.

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