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«Verraten vom Gebirge, das ihn begnadigt hatte»

Der Bergsteiger Walter Nones ist im Himalaya-Gebirge tödlich verunglückt. Vor mehr als zwei Jahren war er dort noch gerettet worden.

2008 noch im Himalaya gerettet: Nones (in gelber Jacke) und Kehrer (mit weisser Mütze) mit ihren Helfern.
2008 noch im Himalaya gerettet: Nones (in gelber Jacke) und Kehrer (mit weisser Mütze) mit ihren Helfern.
Keystone

Der 38-jährige Italiener verunglückte am Sonntag bei einer Expedition auf dem über 8000 Meter hohen Cho-Oyu-Massiv im Himalaya-Gebirge, wie seine Frau Manuela Nones am Montag bestätigte. «Walter hat einen tödlichen Unfall gehabt. Wir werden ihn nicht mehr umarmen, jedoch weiter erinnern können – als den besonderen Menschen, der er war», hiess es auf der Website des Bergsteigers. Die genaueren Umstände des Unfalls wurden zunächst nicht bekannt.

Nones war bereits im Juli 2008 im Himalaya-Gebirge in Schwierigkeiten geraten. Gemeinsam mit seinem ebenfalls aus Südtirol stammenden Bergsteigerkollegen Simon Kehrer sass er Tage lang auf dem Nanga Parbat in einer Höhe von über 7000 Metern fest. Ihr Expeditionsleiter Karl Unterkircher kam auf dem Berg beim Sturz in eine Gletscherspalte ums Leben. Nones und Kehrer konnten gerettet werden. Ihre Erlebnisse publizierten sie 2010 in dem Buch «Teufelswand : die Tragödie der Unterkircher-Expedition am Nanga Parbat».

An der Südwest-Wand gescheitert

«Verraten vom Gebirge, das ihn begnadigt hatte», war am Montag in italienischen Medien zu lesen. Tatsächlich hatte das Drama von 2008 Nones zwei Jahre vom Himalaya ferngehalten – einem Gebirge, das er selbst als «seine Obsession» beschrieb. Am 6. September 2010 war er mit den Alpinisten Giovanni Macaluso und Manuel Nocker aufgebrochen, um die Südwest-Wand des Cho Oyu zu bezwingen. Bis Sonntag war alles gut gegangen.

Nones war im November 1971 in Cavalese bei Trient zur Welt gekommen. Er war ein renommierter Bergsteiger, der mehrere neue Routen erschlossen hatte, ausserdem ausgebildeter Bergführer und Skilehrer der Schule für Ski- und Bergführer der Carabinieri «Centro Carabinieri Addestramento Alpino» in Wolkenstein in Südtirol. Der Alpinist hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder.

SDA/raa

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