IS bekennt sich zu tödlichem Angriff in Russland

Der Islamische Staat dehnt sein Operationsgebiet aus. Genau das hat die Terrororganisation zuvor angekündigt.

Hier sollen die Touristen beschossen worden sein: Aussichtsplattform vor der Festung Naryn Kala in Derbent. (Bild: RIA Novosti/Twitter)

Hier sollen die Touristen beschossen worden sein: Aussichtsplattform vor der Festung Naryn Kala in Derbent. (Bild: RIA Novosti/Twitter)

Der Angriff ereignete sich in der russischen Kaukasusregion Dagestan. IS-Kämpfer hätten Angehörige der russischen Sicherheitskräfte in der Stadt Derbent im Süden von Dagestan angegriffen und einen von ihnen getötet, hiess es in einer im Internet veröffentlichten IS-Mitteilung, die von dem auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierten US-Unternehmen SITE zitiert wurde. Die Islamisten im Nordkaukasus haben sich gemäss Nachrichtenagentur AFP schon im Juni in einem Internetvideo als Ableger des IS bezeichnet.

Bei dem Angriff am Mittwoch waren ein Mensch getötet und elf weitere verletzt worden. Eine Gruppe von 20 Personen befand sich auf einer Aussichtsterrasse der Festung Naryn Kala in Derbent, als Unbekannte das Feuer eröffneten.

Die Polizei habe 67 Patronenhülsen unterschiedlicher Kaliber gefunden, berichtet RT (ehemals «Russia Today»). Ermittler gingen davon aus, dass die Angreifer von einem nahegelegenen Wald aus auf die Besucher der Touristenattraktion schossen. Eine Quelle aus den Strafverfolgungsbehörden sagte der Nachrichtenagentur RIA Novosti, die Schüsse seien aus mindestens zwei Waffen abgefeuert worden, einer Pistole und einer Schnellfeurwaffe.

Festung aus dem 8. Jahrhundert

Dagestan, eine Nachbarregion von Tschetschenien, ist in den letzten Jahren zu einem Zentrum islamistischer Aktivitäten in Russland geworden. Alleine von Januar bis November 2015 sind laut dem Informationsportal Kavkazski Ouzel mindestens 118 Menschen bei Kämpfen zwischen Militanten und Sicherheitskräften getötet worden.

Die Naryn-Kala-Festung in Derbent stammt aus dem 8. Jahrhundert und beherbergt die älteste Moschee und Koranschule Russlands. Das historische Ensemble wurde 2003 ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.

rub

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