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Dänische Polizei glaubt nicht mehr an fahrlässige Tötung

Dem dänischen Tüftler Peter Madsen wird nach dem Tod der schwedischen Journalistin Kim Wall nun Mord zur Last gelegt.

Unter Mordverdacht: Peter Madsen (rechts) spricht am Kopenhagener Hafen zu einem Polizisten.
Unter Mordverdacht: Peter Madsen (rechts) spricht am Kopenhagener Hafen zu einem Polizisten.
Scanpix Denmark/Bax Lindhardt, AFP
Der schwedische Seerettungsdienst sucht in der Lundakra-Bucht nach der schwedischen Journalistin.
Der schwedische Seerettungsdienst sucht in der Lundakra-Bucht nach der schwedischen Journalistin.
Johan Nilsson/AP, Keystone
Hatte keine Verbindung zum Festland: Madsen erklärte, er habe aufgrund «technischer Schwierigkeiten» keinen Funkkontakt aufbauen können. Wegen einem Problem im Ballasttank sei die Nautilus schlussendlich gesunken.
Hatte keine Verbindung zum Festland: Madsen erklärte, er habe aufgrund «technischer Schwierigkeiten» keinen Funkkontakt aufbauen können. Wegen einem Problem im Ballasttank sei die Nautilus schlussendlich gesunken.
Torben Huss, Keystone
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Dem dänischen Tüftler Peter Madsen wird nach dem Tod der schwedischen Journalistin Kim Wall nun Mord zur Last gelegt. Für den U-Boot-Bauer solle nicht mehr wegen fahrlässiger Tötung, sondern wegen Mordes an der 30-Jährigen eine Haftverlängerung beantragt werden, sagte der Kopenhagener Sonder-Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Der Vorwurf gründet sich auf den Fund von einem Teil von Walls zerstückelter Leiche.

«Spätestens am 5. September werden wir versuchen, ihn wegen Mordes in Haft zu behalten», sagte der Sonder-Staatsanwalt der Kopenhagener Polizei über Madsen. Der 46-jährige Erfinder war am 12. August wegen fahrlässiger Tötung in Untersuchungshaft genommen worden. Die Staatsanwaltschaft hat bis zum 5. September Zeit, eine Haftverlängerung zu beantragen.

Mit Metallteil beschwert

Am Mittwoch hatten die Ermittler bestätigt, dass es sich bei einem im Meer gefundenen Torso um einen Teil von Walls Leiche handelt. Der Torso war am Montag nahe der Köge-Bucht entdeckt worden. Durch seine Autopsie konnte Walls Todesursache nicht festgestellt werden.

Nach Angaben der Ermittler wurde der Oberkörper mit einem Metallteil beschwert - offenbar, um zu erreichen, dass er unter Wasser bleibt. Verletzungen an dem Oberkörper liessen überdies an den Versuch denken, Luft und andere Gase aus dem Körper entweichen zu lassen, damit er nicht an die Wasseroberfläche treibt.

Reportage über Tüftler

Wall, die unter anderem für die renommierten Zeitungen «New York Times» und «The Guardian» arbeitete, war am 10. August mit dem 46-jährigen Tüftler Madsen und dessen selbst gebautem U-Boot «Nautilus» in See gestochen. Sie wollte eine Reportage über den U-Boot-Bauer schreiben. Als sie nicht wie vorgesehen nach Hause kam, meldete ihr Freund sie vermisst.

Am selben Tag wie Wall war Madsens U-Boot verschwunden. Die dänischen Streitkräfte starteten eine Suchaktion und orteten die «Nautilus» schliesslich rund 50 Kilometer südlich der dänischen Hauptstadt. Madsen wurde gerettet, sein 18 Meter langes Boot sank. Nach Überzeugung der Ermittler hatte Madsen es absichtlich versenkt.

Zunächst hatte Madsen ausgesagt, er habe die schwedische Journalistin am Abend des 10. August auf der Insel Refshaleöen bei Kopenhagen abgesetzt. Noch bevor der Fund von Walls Torso öffentlich wurde, sagte Madsen aber aus, Wall sei bei einem Unfall an Bord des U-Boots gestorben. Danach habe er die Leiche der Journalistin in der Köge-Bucht über Bord geworfen.

AFP/oli

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