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Todesfall in Trampolinhalle ist für Betreiber «tragisches Unglück»

Die Verantwortlichen von BounceLab weisen alle Schuld am Tod des 13-jährigen Mädchens in Belp von sich.

Trägt an der PK zum Todesfall einen Pulli auf dem «Fly and smile...» steht: Marcel Meier, Besitzer der Trampolinhalle in Belp, informiert über den Ablauf des Unglücks. Video: SDA

Beim tödlichen Unfall in einer Trampolinhalle in Belp handelt es sich aus Sicht der Betreiber um ein «tragisches Unglück». Eine Analyse der Abläufe zeige, dass niemandem ein Fehlverhalten vorzuwerfen sei.

Die Betreiber von BounceLab legten heute Nachmittag ihre Sicht des Ablaufs des Geschehens vom vorletzten Sonntag dar. Vor dem Unfallzeitpunkt um zirka 18 Uhr hielten sich demnach rund 30 Personen und zwei Aufsichtspersonen in der Trampolinhalle auf, wie Geschäftsführer Marcel Meier, ehemals CEO von GC sagte.

Das 13-jährige Mädchen, das später verunfallte, war zusammen mit einer Freundin in der Halle. Die beiden hätten sich völlig unauffällig verhalten und «absolut kein Risikoverhalten» gezeigt, sagte Meier. Der Unfall passierte nicht auf einem Trampolin, sondern auf einer Matte, auf der die Mädchen Purzelbäume ausführten.

Beim dritten Versuch sei das Mädchen über die Sicherheitsmatte hinaus mit dem Kopf auf den harten Boden gestürzt. Man habe sofort Alarm ausgelöst und die Erstversorgung sichergestellt, sagte Meier, der an jenem Sonntag selber anwesend und «innert 60 Sekunden beim Kind» gewesen sei.

Erlös als Spende für die Opferfamilie

Die Jugendliche aus dem Kanton Bern erlag vergangenen Freitag im Spital ihren schweren Verletzungen. Nach der Todesnachricht habe man sich unmittelbar die Frage gestellt, ob der Betrieb geschlossen werden solle.

Man habe sich aber dafür entschieden, die Halle offen zu halten und den Erlös der Eintritte von Sonntag bis letzten Freitag der Opferfamilie zu spenden. Diese Spende sei unabhängig von jeglicher Schuldfrage. Man sichere der Familie «bedingungslose Unterstützung» zu, sagte Meier, der während des Medienauftritts mit den Tränen kämpfte.

Ein Unfall auf 7000 Besucher

Die Trampolinhalle in Belp besteht seit rund drei Jahren. BounceLab betreibt noch eine weitere Halle im zürcherischen Rüti. Insgesamt habe man in beiden Hallen seit der Eröffnung rund eine Million Besucherinnen und Besucher empfangen. Gemäss hauseigener Statistik passiere rund ein Unfall auf 7000 Besucher.

Bei den Unfällen handle es sich meist um lädierte Knöchel, Bänderzerrungen oder allenfalls Unterarmbrüche. Bei risikoreichem Verhalten der Nutzer intervenierten die Aufsichtspersonen. Gemäss den internen Richtlinien kommen auf 50 Besucher zwei Aufsichtspersonen.

Bei den Trampolinhallen handle es sich um eine relativ junge Branche, sagte Meier weiter. Weil es bislang keine Normen gebe, habe man zusammen mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung (Bfu) einen Leitfaden erarbeitet, der nächstens erscheinen werde. Man halte sich zudem an die Normen für Spielplätze.

Polizeiliche Ermittlungen laufen weiter

Die polizeilichen Ermittlungen zum Unfall stehen unter der Leitung der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland. Die Ermittlungen zur Klärung des Hergangs und der Umstände seien noch nicht abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Berner Kantonspolizei auf Anfrage.

SDA/red

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