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Tod und Drohung auf entführtem Frachter

Die Piraten des entführten ukrainischen Frachtschiffs warnten am Sonntag vor einer Befreiungsaktion durch Kriegsschiffe.

Sollten französische oder US-Marineeinheiten versuchen, das Schiff zu stürmen, seien sie «für alles verantwortlich, was dann passiert», sagte ein Piratensprecher.

Obwohl es zunächst keinen Hinweis auf eine Befreiungsaktion gab, kam es am Sonntag offenbar zum ersten Todesfall auf dem gekaperten Schiff. Ohne Gewalt von aussen soll der Kapitän russischen Medienberichten zufolge an Herzversagen gestorben sein.

An Bord habe es keine Gewalt gegeben, teilte der Informationsdienst der russischen Reederei Sovfracht am Sonntagabend mit. Der tote Kapitän sei russischer Staatsbürger gewesen. Zur Besatzung des ukrainischen Frachters zählen neben 17 Ukrainern auch drei Russen und ein Lette.

Weiter befinden sich nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums 33 Panzer sowie weitere Waffen für die kenianische Armee auf dem Schiff.

Piraten eingekreist

Drei Schiffe hätten die «Faina» in der Nähe der Hafenstadt Harardhere eingekreist, sagte der Berater des Präsidenten der somalischen Provinz Puntland, Bile Mohamoud Qabowsade. Augenzeugen bestätigten die Anwesenheit von Kriegsschiffen.

Eines der Schiffe, welche die «Faina» umzingelt hätten, stamme aus den USA, zwei weitere aus Ländern der Europäischen Union, sagte der Berater.

Die Verteidigungsministerien in Deutschland, Grossbritannien und Frankreich teilten allerdings mit, ihre Schiffe seien nicht an dem Einsatz beteiligt. Die russische Marine entsandte nach eigenen Angaben am Freitag ein Kriegsschiff an Somalias Küste.

Lösgeldforderung gesenkt

Unterdessen haben die Piraten ihre Lösegeldforderung von 35 Millionen Dollar auf 5 Millionen Dollar heruntergeschraubt. Die Herkunft der entführten Seeleute aus Osteuropa und die Tatsache, dass die Panzer bereits gebraucht seien, hätten offenbar zu dem «Preisnachlass» geführt, sagte Andrew Mwangura vom Ostafrikanischen Seefahrerprogramm in Mombasa.

Die somalische Küste gilt wegen der zahlreichen Piratenüberfälle als eines der gefährlichsten Gewässer für die internationale Schifffahrt. Derzeit befinden sich mehr als ein Dutzend Schiffe in der Gewalt von Seeräubern, die mit Schnellbooten und automatischen Waffen ausgerüstet sind. Uno-Schätzungen zufolge erpressen die Piraten jährlich etwa 100 Millionen Dollar Lösegeld.

Die somalische Regierung unterhält keine Marine und ist gegen das Treiben der Piraten machtlos. Der Uno-Sicherheitsrat hatte Anfang Juni alle Staaten ermächtigt, auch in somalischen Hoheitsgewässern gegen Piraten vorzugehen.

AP/mbr

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