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Superjet 100 bei Vorführung verschollen – russische Diplomaten an Bord

Der Suchoi Superjet 100 ist das erste russische Passagierflugzeug seit dem Zerfall der Sowjetunion – ein Prestigeprojekt. Beim heutigen Vorführflug kam es zu einem herben Rückschlag: Die Maschine ist verschollen.

Beschädigt und verkohlt: Der Stimmenrekorder des Superjets bei der Übergabe von den indonesischen zu den russischen Behörden. (16. Mai 2012)
Beschädigt und verkohlt: Der Stimmenrekorder des Superjets bei der Übergabe von den indonesischen zu den russischen Behörden. (16. Mai 2012)
AFP
Die Blackbox wurde in einer 500 Meter tiefen Schlucht gefunden: Russische Profikletterer im Einsatz. (13. Mai 2012)
Die Blackbox wurde in einer 500 Meter tiefen Schlucht gefunden: Russische Profikletterer im Einsatz. (13. Mai 2012)
Reuters
Die Maschine ist das erste komplett neue russische Passagierflugzeug seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. (Archivaufnahme)
Die Maschine ist das erste komplett neue russische Passagierflugzeug seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. (Archivaufnahme)
AFP
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Der Demonstrationsflug des Sukhoi Superjet 100 hätte die Vertreter der Luftfahrtindustrie, die sich an Bord befanden, von den Vorzügen des russischen Passagierflugzeugs überzeugen sollen. Doch die Maschine mit dem Kennzeichen RA-97004 verschwand kurz nach 15.30 Uhr Ortszeit vom Radar der indonesischen Fluglotsen. Eine halbe Stunde zuvor war das Flugzeug vom Halim Perdanakusuma Flughafen in Jakarta gestartet.

Die SSJ 100 war um 14.00 Uhr (Ortszeit, 09.00 Uhr MESZ) vom Flughafen in Jakarta abgehoben und sollte nach 50 Minuten wieder zurückkehren. Die Fluglotsen verloren nach Angaben der Rettungskräfte den Kontakt, nachdem der Pilot um eine Erlaubnis für eine Verringerung der Flughöhe von 3000 Metern auf 1800 Meter gebeten hatte. Gemäss dem Fernsehsender Russian Today (rt) könnte das Flugzeug in einen Berg gekracht sein (siehe Video links). Die Maschine hätte zum jetzigen Zeitpunkt auch keinen Treibstoff mehr, schreibt aviationherald.com.

Gemäss Spiegel online sagte der Chef der indonesischen Luftfahrtbehörde, Herry Bakti Singoyudha, dass sie nicht wissen, was passiert sei. «Wir suchen noch danach», sagte Singoyudha.

Grossangelegte Suchaktion

Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden 200 Polizisten, Soldaten und Rettungskräfte in das Salak-Gebirge südlich von Jakarta entsandt, um nach der Maschine zu suchen. Ein Hubschrauber musste die Suche wegen einsetzender Dunkelheit und Regens am Abend abbrechen.

Unter den 46 Insassen der Maschine befanden sich acht russische Besatzungsmitglieder. Nach Angaben der Rettungskräfte waren mehrere Diplomaten der russischen Botschaft, Vertreter von Fluggesellschaften und Journalisten unter den Passagieren. Wie die russische Nachrichtenagentur RIA-Nowosti berichtete, waren 36 ausländische Staatsbürger an Bord.

Suchoi auf Werbetour

Die Maschine war auf einem Demonstrationsflug, bei dem Luftfahrtverantwortlichen der neu entwickelte Flugzeugtyp vorgeführt werden sollte. Nach Angaben des indonesischen Verkehrsministeriums sollte das Flugzeug einige Runden in der Hauptstadtregion drehen und dann wieder auf dem Flughafen von Jakarta landen.

Der Flugzeugbauer Suchoi befindet sich nach Angaben der russischen Botschaft in Jakarta derzeit auf einer Werbetour in Asien. Der auch mit westlicher Technik ausgestattete Superjet 100 ist das erste Passagierflugzeug, das in Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion entwickelt wurde.

Auf dem Weltmarkt soll der Superjet den Branchenriesen Bombardier (Kanada) und Embraer (Brasilien) Konkurrenz machen.

SDA/mrs/fam

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