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Streit um Schweizer Zeugin

Der Verteidiger des Wettermoderators Jörg Kachelmann hat erneut den Vorwurf der Zeugenbezahlung durch das Nachrichtenmagazin «Focus» und «Bild am Sonntag» erhoben.

Johann Schwenn erhebt nach dem Urteil schwere Vorwürfe gegen das Mannheimer Gericht. (31. Mai 2011)
Johann Schwenn erhebt nach dem Urteil schwere Vorwürfe gegen das Mannheimer Gericht. (31. Mai 2011)
Keystone
Kolumnistin Alice Schwarzer prangert das «frauenfeindliche Justizsystem» an.
Kolumnistin Alice Schwarzer prangert das «frauenfeindliche Justizsystem» an.
Reuters
Sabine W. – hier mit einer Buchbotschaft zu Kachelmann – hat im Oktober an vier Tagen vor dem Mannheimer Landgericht ausgesagt. Sie wurde mehr als 20 Stunden befragt.
Sabine W. – hier mit einer Buchbotschaft zu Kachelmann – hat im Oktober an vier Tagen vor dem Mannheimer Landgericht ausgesagt. Sie wurde mehr als 20 Stunden befragt.
Keystone
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Nach zweiwöchiger Prozesspause beantragte Johann Schwenn, der Anwalt von Jörg Kachelmann, am Montag vor dem Landgericht Mannheim, die Chefredakteure beider Printmedien sollten die Vergütungsvereinbarung mit der Schweizer Zeugin vorlegen. In beiden Blättern waren Anfang März detaillierte Berichte über die angebliche Aussage der Schweizer Zeugin veröffentlicht worden. Danach berichtete die Frau von angeblich brutalen Übergriffen Kachelmanns. Schwenn vermutet, dass die Frau von den Presseorganen Geld bekam. Falls die Chefredakteure den Vertrag nicht vorlegten, müssten die Redaktionsräume durchsucht werden.

Die Frau war am 15. Februar 2011 in Zürich im Rahmen der Rechtshilfe vernommen worden. Sie soll nach Angaben der beiden Medienorgane ausgesagt haben, dass Kachelmann sie bei einem Treffen in ihrer Wohnung geschlagen, am Hals gepackt und an den Haaren gezogen hätte. Der behauptete Vorfall soll sich rund drei Wochen vor der angeblichen Vergewaltigung in Schwetzingen ereignet haben, wegen der Kachelmann sich vor dem Landgericht Mannheim verantworten muss.

Nur ein «wirtschaftliches Interesse»?

Die Vernehmung der Zeugin erfolgte im Rechtshilfeverfahren, weil sie nicht vor einem deutschen Gericht erscheinen wollte. Sie hatte dabei beantragt, dass bei der Verlesung ihres Aussageprotokolls in Mannheim die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden solle, um ihre Intimsphäre zu schützen. Die Strafkammer des Landgerichts war dem Antrag gefolgt. Dennoch erschienen wenige Wochen später Berichte mit detaillierten Angaben über ihre angebliche Aussage.

Schwenn hält die Frau selbst für die Informantin. Sie habe ein «wirtschaftliches Interesse», sagte er. Sie habe den Ausschluss der Öffentlichkeit nicht zum Schutz ihrer Intimsphäre beantragt, sondern weil sie «in Wahrheit nur ein Geschäft machen will.» Die Strafkammer stellte die Entscheidung über den Beweisantrag zurück. Zunächst wurde eine frühere Freundin Kachelmanns unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen.

dapd/sam

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