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Streit um den Riesen-Penis am Pilgerweg

Weil sein Anblick an Ostern Pilger verschrecken könnte, soll ein mehr als zwei Meter grosser Phallus in Österreich verhüllt werden.

Aufgestellt im Zeichen des «Frühlingserwachens»: Der Pilgerschreck in seiner ganzen Pracht. Laut Gemeinde zu unzüchtig für gläubige Besucher des Örtchens. (11. April 2017)
Aufgestellt im Zeichen des «Frühlingserwachens»: Der Pilgerschreck in seiner ganzen Pracht. Laut Gemeinde zu unzüchtig für gläubige Besucher des Örtchens. (11. April 2017)
Werner Kerschbaummayr, Keystone
Im sonst so zurückhaltenden Japan dagegen hat man scheins weniger Berührungsängste: Der Tagata-Shinto-Schrein während des jährlichen Fruchtbarkeitsfestivals in Komaki. Die dort bestaunte Penis-Skulptur aus Holz ist zweieinhalb Meter gross und knapp dreihundert Kilo schwer (15. März 2015)
Im sonst so zurückhaltenden Japan dagegen hat man scheins weniger Berührungsängste: Der Tagata-Shinto-Schrein während des jährlichen Fruchtbarkeitsfestivals in Komaki. Die dort bestaunte Penis-Skulptur aus Holz ist zweieinhalb Meter gross und knapp dreihundert Kilo schwer (15. März 2015)
Everett Kennedy Brown, Keystone
Das Relief «Die Erschaffung des Menschen» stammt vom Bildhauer Eric Gill.
Das Relief «Die Erschaffung des Menschen» stammt vom Bildhauer Eric Gill.
Martial Trezzini, Keystone
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Eine Penis-Skulptur ist in Österreich zum Stein des Anstosses geworden. Prominent neben dem Kreuzweg des Ortes Traunkirchen positioniert, schmückt die Statue den Garten eines lokalen Kunst- und Immobilienhändlers.

Kritiker hingegen stören sich an dem für ihren Geschmack unzüchtigen Anblick des Kunstobjekts. Ein Riesen-Penis, so ihre Sorge, könnte allzu unkeusche Aussichten für die alljährlich zu Ostern erwartete Pilgerschar bieten. Laut ORF ist die Situation heikel: In der Nacht auf Karfreitag soll eine Prozession in unmittelbarer Nähe der Penis-Skulptur Andacht halten.

«Gelobt sei, was hart macht»

Eine von der Gemeinde eilig aufgehängte Bauplane sollte Abhilfe leisten, musste aber kurze Zeit später wieder abgehängt werden. Vielmehr habe er als Verhüllung ein grosses Kondom in Auftrag gegeben, sagt Antiquitätenhändlers Jürgen Hesz. «Welche Farbe es haben wird, steht noch nicht fest.» Es solle aber einen Aufdruck bekommen: «Gelobt sei, was hart macht. Oder: Gelobt sei, was hart wird».

Ohnehin: Die Aufregung verstehe er nicht, schildert der Händler dem ORF. Es handle sich um ein rund zweitausend Jahre altes Fruchtbarkeitssymbol aus der hellenistischen Zeit – «und Ostern ist ja ein Fruchtbarkeitsfest, oder?». Bürgermeister Christoph Schragl ist noch nicht so recht glücklich mit diesem Schritt. Er hoffe auf «ein persönliches Gespräch und eine einvernehmliche Lösung».

Werbewirksamer Phallus

Der Kunsthändler wehrte sich indes gegen Vorwürfe, er habe die Skulptur in seinem drei Hektar grossen Park als Racheakt extra in Sichtweite des Pilgerwegs positioniert. «Dahinter steckt keine böse Absicht oder Gemeinheit», sagte Hesz. Er habe den Penis vielmehr im Zuge des «Frühlingserwachens» im Park umgestellt.

Positive Nebenwirkung des Ganzen: Angesichts der aufsehenerregenden Geschichte rund um den Phallus geht Bürgermeister Schragl davon aus, dass an diesem Osterwochenende deutlich mehr Pilger kommen als sonst.

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