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Streikende Arbeiter zünden Reifen an – Eurotunnel gesperrt

Chaos in der französischen Hafenstadt Calais: Hafenarbeiter blockieren die Bahnverbindung zwischen Frankreich und England. Migranten versuchen die Lage auszunutzen.

Feuer-Blockade: Die streikenden Arbeiter haben am 23. Juni Autoreifen auf der Strasse zum Eurotunnel angezündet.
Feuer-Blockade: Die streikenden Arbeiter haben am 23. Juni Autoreifen auf der Strasse zum Eurotunnel angezündet.
PHILIPPE HUGUEN, AFP
Die Protestaktion richtet sich gegen die tiefen Löhne der Arbeiter.
Die Protestaktion richtet sich gegen die tiefen Löhne der Arbeiter.
PHILIPPE HUGUEN, AFP
Etliche Züge fallen aus, wie es auf einer Anzeige an der St. Pancras Station in London heisst.
Etliche Züge fallen aus, wie es auf einer Anzeige an der St. Pancras Station in London heisst.
Matt Dunham, Keystone
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Hunderte Fährleute haben mit einer Protestaktion am Dienstag den Verkehr im Eurotunnel zwischen Frankreich und Grossbritannien lahmgelegt. Aus «Sicherheitsgründen» sei der Verkehr zeitweise in beide Richtungen unterbrochen worden, teilte die Betreibergesellschaft mit. Am Abend wurde der Verkehr der Autozüge wieder aufgenommen, die Eurostar-Zugverbindungen wurden aber bis Mittwochmorgen ausgesetzt.

Die französische Regierung schaltete sich in den Streit um Jobs bei der Fährgesellschaft MyFerryLink ein. Seeleute von MyFerryLink waren bei einer Streikaktion in der Nähe von Fréthun in Nordfrankreich auf die Gleise gelangt und hatten dort am Nachmittag Reifen angezündet, wie eine Eurotunnel-Sprecherin sagte. Sechs Stunden lang war der Zugang zum Eurotunnel blockiert, Beamte setzten Tränengas ein. Am Abend fuhren die Shuttle-Autozüge wieder und auch eine Fähre sollte von Calais wieder nach Grossbritannien aufbrechen. Die Eurostar-Passagierzüge sollten hingegen erst am Mittwoch wieder fahren.

Schiffe sollen an Konkurrenten verkauft werden

Die 600 Mitarbeiter von MyFerryLink fürchten um ihre Jobs und protestieren gegen den angekündigten Verkauf von zwei ihrer drei Fährschiffe durch Eurotunnel an den dänischen Konkurrenten DFDS. Zuvor war erwartet worden, dass Eurotunnel die Schiffe zwar verkaufen will, dass aber ein anderer Partner das Geschäft weiterführt. Aus Protest gegen die Pläne hatten Mitarbeiter von MyFerryLink am Dienstag bereits den Eingang zum Tunnel unter dem Ärmelkanal sowie eine Autobahn blockiert.

Eurotunnel hatte im Jahr 2012 die Schiffe der früheren Fährgesellschaft SeaFrance gekauft, um sie an einstige Seeleute dieses Unternehmens zu verleihen, die sich in der Gesellschaft Scop SeaFrance zusammengeschlossen hatten. Diese Gesellschaft chartert die Schiffe der Gruppe Eurotunnel über MyFerryLink.

Pariser Regierung fordert «bessere Lösung»

Dieses Modell führte jedoch zu einem langen juristischen Tauziehen, weil Fährkonkurrenten wie DFDS darin ein Wettbewerbsproblem sahen. Mitte Mai gab ein britisches Gericht zwar MyFerryLink Recht und hob ein Verbot zum Fährverkehr zwischen Dover und Calais auf. Doch Eurotunnel entschied danach trotzdem, seinen bis zum 2. Juli laufenden Vertrag mit Scop SeaFrance nicht zu verlängern.

Die Regierung in Paris rief Eurotunnel am Dienstagabend dazu auf, eine «bessere Lösung» für die Angestellten von MyFerryLink zu erarbeiten. Der Betreiber dürfe sich nicht seiner «sozialen Verantwortung» entziehen.

SDA/kko

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