Blackwater macht Kanonenboote klar – und nimmt Kurs auf die Piraten

Im Kampf gegen die Piraten mischt neuerdings auch die berüchtigte Sicherheitsfirma Blackwater mit. Sie hofft auf das grosse Geschäft.

Gegenwärtig patrouillieren Kriegsschiffe aus neun Nationen im Golf von Aden mit dem Auftrag, den somalischen Piraten das Handwerk zu legen. Gemäss einem restriktiven Uno-Mandat dürfen sie aber nur Gewalt anwenden, falls sie direkt angegriffen werden.

«Sie können patrouillieren. Sie können abschrecken. Sie können sogar Angriffe stoppen, die eben stattfinden», erklärt ein Nato-Sprecher: «Sie dürfen aber nicht ein Schiff entern, das anderswo entführt worden ist, und versuchen, es zu befreien.» Zudem verbietet es nationales Recht Schiffsbesatzungen meist, Waffen zu tragen.

Blackwater-Schiff mit 40 Bewaffneten und Kampfhelikopter

Diese Lücke plant Ende Jahr die US-Sicherheitsfirma Blackwater zu schliessen, deren Ruf eher zweifelhaft ist. Söldner des Unternehmens töteten am 16. September 2004 auf einem Platz in Bagdad 17 Menschen – angeblich zur Selbstverteidigung. Blackwater hat die McArthur, ein früheres Vermessungsschiff, umgerüstet, um bis zu 40 Bewaffnete und einen Kampfhelikopter unterzubringen. Drei bis vier ähnliche Boote sollen im Laufe des nächsten Jahres der McArthur folgen.

Laut britischen Quellen hat das Unternehmen bereits 15 Anfragen für Begleitschutz. Dabei sagt Blackwater nichts über den Preis. Von anderen Firmen, die «nicht tödliches» (d. h. unbewaffnetes) Sicherheitspersonal auf Deck feilbieten, ist bekannt, dass sie bis zu 24'000 Franken pro drei- bis fünftägige Passage verlangen.

Tages-Anzeiger

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