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Starb Jacko, weil sein Arzt zu knauserig war?

Im Prozess gegen den früheren Leibarzt Michael Jacksons haben zwei weitere Zeugen schwere Vorwürfe erhoben. Conrad Murray soll am Material gespart und im Notfall zu spät reagiert haben.

War ein billiger Herzmonitor Schuld an Michael Jacksons Tod? Der Arzt des im Juni 2009 verstorbenen Popsängers, Conrad Murray, soll am Material gespart haben – und damit möglicherweise den Tod des Popsängers verursacht haben.

Ein Zeuge sagte gestern Freitag im Prozess gegen Murray in Los Angeles, dass der Kardiologe ein einfaches Beobachtungsgerät benutzt habe, wie die «Los Angeles Times» berichtete. Ein anderes, das monatlich 40 Dollar Leihgebühr mehr gekostet hätte, hätte Alarm geschlagen und den Arzt auf Probleme seines Patienten aufmerksam gemacht.

Ein Strich ohne Ausschläge

Als die Sanitäter bei Jackson eintrafen, sei der 50-Jährige schon leblos gewesen, sagte zudem einer der Helfer beim Prozess. Der Sänger schien tot zu sein, sagte der Sanitäter Richard Senneff. Er beschrieb Jacksons Zustand mit «flatlined» – die Linie auf dem Monitor, die den Herzschlag anzeigt, sei nur ein Strich ohne Ausschläge gewesen.

Er sei 42 Minuten bei Jackson gewesen. Während der ganzen Zeit habe er keinerlei Lebenszeichen feststellen können. Der Sanitäter sagte weiter, Murray habe angegeben, sofort den Notarzt gerufen und Jackson nur ein Schlafmittel gegeben zu haben. Dies sei ihm jedoch nicht glaubhaft erschienen, da der Sänger stark untergewichtig gewesen sei, und ein Ständer mit einem Infusionsbeutel am Bett gestanden habe. Erst nach mehrmaligen Nachfragen habe Murray einige Einzelheiten mitgeteilt. Dass er dem Musiker das Betäubungsmittel Propofol verabreicht hatte, habe er nicht erwähnt.

Belastende Zeugenaussagen

Die Staatsanwaltschaft will aber beweisen, dass Murray erst mindestens 15 Minuten nach Jacksons Atemstillstand Hilfe gerufen habe. Zudem soll er ihm kein leichtes Schlafmittel, sondern das Betäubungsmittel Propofol gegeben haben. Das Präparat war im Leichnam nachgewiesen worden.

Ein weiterer Rettungssanitäter, Michael Blount, sagte, er habe drei geöffnete Flaschen des Schmerzmittels Licodain auf dem Boden des Zimmers liegen sehen. Murray habe nicht gesagt, dass er Jackson das Schmerzmittel verabreicht habe. Blount erklärte, er habe beobachtet, wie Murray die Flaschen ergriff und in eine schwarze Tasche warf.

Vergiftung mit Medikamenten

Jacksons früherer Leibarzt Conrad Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Sänger war an einer «akuten Vergiftung» mit dem Narkosemittel Propofol gestorben. Laut Anklage hat Murray «grob fahrlässig» gehandelt und den Tod durch das Verabreichen starker Medikamente herbeigeführt.

Die Verteidigung will beweisen, dass der Sänger am Todestag etliche Medikamente ohne Wissen seines Arzt einnahm und sich damit versehentlich selbst tötete. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Murray vier Jahre Haft.

dapd/AFP/pbe

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