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Spanien beschlagnahmt Immobilien von Königs-Schwiegersohn

Seit Monaten steht Iñaki Urdangarin, der Schwiegersohn von Spaniens König Juan Carlos, wegen eines Betrugsskandals in Bedrängnis. Nun liess die Justiz eine Villa und mehrere seiner Wohnungen beschlagnahmen.

Hätte eine Sicherheit von 6 Millionen Euro hinterlegen müssen: Iñaki Urdangarin.
Hätte eine Sicherheit von 6 Millionen Euro hinterlegen müssen: Iñaki Urdangarin.
Keystone

Im Finanzskandal um angeblich unterschlagene Steuergelder in Spanien gerät der königliche Schwiegersohn Iñaki Urdangarin zunehmend in Bedrängnis. Die Justiz liess eine Luxusvilla und mehrere Wohnungen des Ex-Handballstars beschlagnahmen.

Dies geht aus einer in Palma de Mallorca erlassenen Anordnung des Ermittlungsrichters José Castro hervor. Zu den beschlagnahmten Immobilien gehören Wohnungen und Lagerräume in verschiedenen Städten sowie die Hälfte einer Villa in Barcelona, die im Volksmund als «Palacete» (Palästchen) bezeichnet wird.

Das Luxusgebäude befindet sich im gemeinsamen Besitz von Urdangarin und der Königstochter Cristina. Der Schwiegersohn von König Juan Carlos steht im Verdacht, als Präsident einer gemeinnützigen Stiftung Steuergelder in Millionenhöhe unterschlagen zu haben.

Sicherheit nicht hinterlegt

Die Justiz hatte von Urdangarín und dessen Ex-Geschäftspartner Diego Torres die Hinterlegung einer Sicherheit von insgesamt 6,1 Millionen Euro verlangt. Damit sollen im Falle einer Verurteilung eventuelle Schadenersatzforderungen abgedeckt werden.

Die Beschuldigten waren dieser Aufforderung bislang nicht nachgekommen, so dass der Richter nun die Beschlagnahmungen anordnete. Die Verfügung betrifft auch Wohnungen des früheren Geschäftspartners Torres.

Vor der Prozesseröffnung

Die Hinterlegung einer Sicherheit für eine mögliche zivilrechtliche Haftung gilt nach spanischem Recht als einer der letzten Schritte vor einer Anklage-Erhebung und vor der Eröffnung eines Prozesses.

Der Ermittlungsrichter hatte ursprünglich eine Summe von 8,1 Millionen Euro verlangt. Das Landgericht auf Mallorca senkte den Betrag später auf 6,1 Millionen Euro. Der Skandal um die von Urdangarin geleitete Stiftung Nóos bedeutete für das Ansehen des Königshauses den schlimmsten Rückschlag in der jüngeren Geschichte.

König Juan Carlos entschied, dass Cristina und ihr Mann bis auf weiteres keine offiziellen Termine mehr für das Königshaus wahrnehmen. Gegen Cristina ermittelt die Justiz wegen möglicher Steuervergehen. Allerdings wurde die Königstochter, die mit ihren Kindern in Genf lebt, bislang nicht zu einer Beschuldigten erklärt.

SDA/kpn

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