SpaceX-Rakete explodiert mit Facebooks Afrika-Satellit an Bord

Eine Rakete von Elon Musks Raumfahrtfirma ist bei einem Routinetest in Cape Canaveral explodiert. Mit dem Satellit an Bord hätte Facebook Internet aus dem All anbieten wollen.

Mehrere Explosionen zogen sich über Minuten hin: Die SpaceX-Rakete explodiert auf der Startrampe (im Video ab 1:10). (1. September 2016) Video: Youtube/USLaunchReport

Auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ist eine Rakete explodiert. Die Explosion hat sich am Donnerstagmorgen (Ortszeit) auf dem Gelände der privaten Raumfahrtfirma SpaceX ereignet, die private Raumfahrtfirma von Tesla-Chef Elon Musk. SpaceX bestätigte den Vorfall. Dieses Wochenende sollte SpaceX den israelischen Amos-6-Satelliten ins All befördern, mit dem Facebook Subsahara-Afrika Internetzugang aus dem Weltraum zu Verfügung stellen wollte. Der Satellit war beim Test mit an Bord, wie «Haaretz» berichtet. Auch er wurde zerstört.

Musks Raumfahrtfirma hat Routinetests mit einer unbemannten Falcon-9-Rakete durchgeführt, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Der Test ist vor dem für Samstag geplanten Satellitenstart von der Cape Canaveral Air Force Station vorgenommen worden. SpaceX bestätigte den Vorfall und fügt an, dass die Rakete und die Nutzlast – also der Amos-6-Satellit – zerstört wurden.

Der Amos-6-Satellit war Teil von Facebooks Internet.org-Plattform, mit der Mark Zuckerberg das Internet weltweit zugänglicher machen will. Der Satellit hätte grossen Teilen Afrikas südlich der Sahara Internet aus dem All bieten sollen, wie Zuckerberg vor rund einem Jahr stolz auf Facebook verkündete.

Nach der Explosion meldete sich Zuckerberg aus Afrika und zeigte sich enttäuscht. Der Facebook-Gründer versichert aber, er halte an seiner Mission fest. «Zum Glück haben wir auch andere Technologien wie Aquila entwickelt, die Menschen verbinden werden.» Bei Aquila handelt es sich um solarbetriebene Drohnen, die einst Nutzern in entlegenen Gebieten den Internetzugang ermöglichen sollen.

Gemäss «RT» stand die Rakete auf einer Startrampe, als sie explodierte. Menschen seien nicht in Gefahr gewesen, teilten die lokalen Rettungsbehörden per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Noch im Umkreis mehrerer Kilometer schwankten Gebäude, mehrere Explosionen zogen sich über Minuten hin. Eine Rauchwolke verdunkelte den Himmel. Sirenen heulten.

Auf einem Video sind die späteren Explosionen zu hören. (1. September 2016) Video: Youtube/Dennis Kapatos

In den sozialen Medien kursierten Bilder der Rauchsäule.

Die Explosion ist ein weiterer Rückschlag für das Unternehmen SpaceX, das sich derzeit darauf vorbereitet, ab dem kommenden Jahr Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen. Bereits im Juni vergangenen Jahres war eine SpaceX-Rakete kurz nach dem Start explodiert. Sie hatte den mit Nachschub beladenen Raumfrachter «Dragon» zur Internationalen Raumstation ISS bringen sollen. Der Frachter war als Folge der Explosion zerbrochen.

Untersuchungen hatten SpaceX-Chef Elon Musk zufolge ergeben, dass vermutlich eine zerbrochene Stahlstrebe für die Explosion verantwortlich war. «Es sieht so aus, als sei die Strebe fehlerhaft hergestellt worden», sagte er im Juli 2015 bei einer Telefon-Pressekonferenz.

Recycling für die Raumfahrt

SpaceX entwickelt derzeit unter anderem auch eine wiederverwendbare Rakete. Nach vier gescheiterten Versuchen war im April erstmals eine Rakete des Unternehmens nach dem Start wieder sicher auf einer unbemannten schwimmenden Plattform gelandet. Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte SpaceX zum ersten Mal erfolgreich eine Rakete ins All geschossen, die nach ihrer Mission heil und aufrecht zum Startplatz auf die Erde zurückkehrte.

mch/sda

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