Zum Hauptinhalt springen

Sotschi hat ein Hundeproblem

Die Gastgeberstadt der Olympischen Winterspiele 2014 schrieb einen Auftrag zur Beseitigung von 2000 Streunern aus. Offenbar wollte aber niemand den Auftrag.

Sotschi hat ein Hundeproblem: Wintersportler im neu gebauten Skigebiet Rosa Khutor. (24. Dezember 2011)
Sotschi hat ein Hundeproblem: Wintersportler im neu gebauten Skigebiet Rosa Khutor. (24. Dezember 2011)
AP
Warten auf den nächsten Winter: Die Veranstalter der Olympischen Winterspiele in Sotschi bunkern bereits Schnee. (5. April 2013)
Warten auf den nächsten Winter: Die Veranstalter der Olympischen Winterspiele in Sotschi bunkern bereits Schnee. (5. April 2013)
AP
Hat die Planung der Spiele zur Chefsache erklärt: Wladimir Putin. (5. Februar 2013)
Hat die Planung der Spiele zur Chefsache erklärt: Wladimir Putin. (5. Februar 2013)
AFP
1 / 19

Pläne zur «Beseitigung» von mehr als 2000 streunenden Hunden und Katzen im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Sotschi haben den Behörden der russischen Stadt heftige Proteste eingebracht. Eine entsprechende Ausschreibung der Stadtverwaltung, die Ende März online gestellt worden war, habe «viel Kritik» hervorgerufen, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung von Sotschi der Nachrichtenagentur AFP. Da sich keine Firma für die Arbeit beworben hatte, wurde das Angebot schliesslich wieder zurückgezogen. «Wir sind nicht grausam», sagte der Sprecher weiter, «wir wollen nur das Problem lösen».

In dem Aufgabenfeld der Ausschreibung hatte gestanden, dass Patrouillen zwischen fünf Uhr morgens und acht Uhr morgens auf den Strassen der Stadt im Südosten Russlands geplant seien, um die streunenden Tiere zu «beseitigen». Die Stadt verteidigte ihre Ausschreibung im Umfang von 1,7 Millionen Rubel (rund 43'000 Euro) am Donnerstag damit, dass viele der Tiere krank seien und die Krankheiten weiter verbreiteten. Zudem würden Kinder häufig von den Tieren angegriffen. Offiziellen Angaben zufolge wurden in Russland zwischen 2000 und 2010 insgesamt 400 Menschen von streunenden Hunden getötet. Allein in der Hauptstadt Moskau werden demnach jährlich mehr als 13'000 Menschen gebissen.

Tierheim geplant

«Wenn der Begriff ‹Beseitigung› von bürokratischer in menschliche Sprache übersetzt wird, bedeutet er ‹Mord›», schrieb indes die Zeitung «Trud». Am vergangenen Wochenende hatten zudem örtliche Aktivisten gegen das Vorhaben demonstriert und gefordert, die Tiere stattdessen zu sterilisieren oder in Heime zu bringen. Die Stadtverwaltung will nun tatsächlich das erste Tierheim der Stadt für streunende Tiere errichten. Die Olympischen Winterspiele in dem Ort am Schwarzen Meer finden im Februar 2014 statt. Die Stadt rechnet mit rund 300'000 Gästen und Athleten in Sotschi.

AFP/mw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch