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Somalische Piraten töten vier US-Bürger

Kurz vor dem Befreiungsversuch durch US-Soldaten erschossen die Piraten ihre Geiseln auf deren Jacht im Indischen Ozean. Die Opfer hatten sich auf einer Weltreise befunden.

Wurden auf ihrer Segelreise rund um die Welt von Piraten überrascht: Das Rentnerpaar auf ihrer Jacht «Quest», hier auf einer Aufnahme in Bodega Bay, Kalifornien.
Wurden auf ihrer Segelreise rund um die Welt von Piraten überrascht: Das Rentnerpaar auf ihrer Jacht «Quest», hier auf einer Aufnahme in Bodega Bay, Kalifornien.
Keystone

Auf der von Piraten im Indischen Ozean entführten US-Segeljacht «Quest» hat sich eine Tragödie abgespielt: Wenige Tage nach der Entführung der vier US-Bürger an Bord töteten somalische Piraten am Dienstag alle Geiseln.

Kurz vor einem Befreiungsversuch der US-Marine am Morgen seien auf dem gekaperten Schiff «Quest» Schüsse gefallen, die von den US-Soldaten erwidert worden seien, teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit.

Soldaten kamen zu spät

Als die US-Soldaten die Jacht stürmten, hätten sie feststellen müssen, dass die vier Geiseln tot waren. Die Soldaten töteten zwei Piraten und nahmen 13 weitere fest; auf dem Schiff fanden sie zwei weitere tote Piraten.

Vor dem missglückten Rettungsversuch waren Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln geführt worden. Das Weisse Haus teilte mit, Präsident Barack Obama habe am Samstag dem Einsatz von Gewalt zur Beendigung des Geiseldramas zugestimmt, sofern «eine unmittelbare Gefahr» für die Segler bestehe.

Aussenminsterin Hillary Clinton sagte, die «schreckliche Tat» zeige deutlich, dass die internationale Gemeinschaft noch stärker gegen die Gefahr der Piraterie am Horn von Afrika vorgehen müsse.

Rentner segelte sieben Jahre um die Welt

Die «Quest» war am Freitag rund 450 Kilometer vor der Küste Omans entführt und seither von der US-Marine verfolgt worden. Sie gehörte dem US-Rentnerehepaar Jean und Scott Adam, das seit sieben Jahren um die Welt segelte.

Gemäss einem Eintrag von Dezember auf ihrer Internetseite wollten sie nach Cochin in Indien als nächstes den Hafen Salalah in Oman ansteuern. Über die beiden US-Bürger, die sich zusammen mit dem Ehepaar Adam auf der Jacht aufhielten, wurde nichts bekannt.

Nach Angaben von Ecoterra International, einer Organisation zur Überwachung der Piraterie, befinden sich derzeit rund 40 Schiffe mit 800 Seeleuten in der Gewalt somalischer Piraten.

Dabei handle es sich vorwiegend um Frachter, doch seien in der Vergangenheit auch wiederholt private Jachten entführt worden. Die Piraten versuchen in beiden Fällen, Lösegeld zu erpressen.

SDA/miw

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