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So viel Regen wie sonst in einem Monat

Seit Dienstag fiel in gewissen Orten der Schweiz mehr Regen als üblicherweise im ganzen Monat Oktober. Mittlerweile hat sich die Lage vielerorts entspannt, die Feuerwehren bleiben aber wachsam.

Randvoll: Nach starken Niederschlägen führt die Sihl in Zürich viel Wasser. (10. Oktober 2012)
Randvoll: Nach starken Niederschlägen führt die Sihl in Zürich viel Wasser. (10. Oktober 2012)
Keystone
Der Traktor im Pumpeinsatz: Das Hochwasser bildet einen See auf der Plantage eines Bauern ... (10. Oktober 2012)
Der Traktor im Pumpeinsatz: Das Hochwasser bildet einen See auf der Plantage eines Bauern ... (10. Oktober 2012)
Keystone
An manchen Orten tritt das Wasser bereits über das Ufer: Aare im Kanton Bern.
An manchen Orten tritt das Wasser bereits über das Ufer: Aare im Kanton Bern.
Weber, Leserreporter
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Starke Regenfälle haben zu Überschwemmungen und Erdrutschen in Teilen der Schweiz geführt. In den letzten 48 Stunden fielen örtlich mehr als 130 Liter Regen pro Quadratmeter – mehr als sonst im ganzen Monat Oktober. Besonders betroffen war der Kanton Glarus.

Der Höchstwert von 134 Litern wurde im Niederurnertäli GL gemessen, wie SF Meteo am Mittwoch mitteilte. Hohe Niederschlagsmengen fielen auch im Klöntal GL und in Einsiedeln SZ mit 123 respektive 112 Litern. Auf dem Säntis gingen 117 Liter nieder.

Pegelstand der Aare wird beobachtet

Im Kanton Bern stiegen die Fluss- und Bachpegel bedrohlich an. Mehrere Strassen wurden überschwemmt. Grössere Schäden wurden bis Mittwochabend aber nicht bekannt, wie ein Sprecher der Kantonspolizei auf Anfrage sagte.

Nach seinen Angaben war am Mittag ein Abschnitt auf der Hauptstrasse zwischen Aarberg und Lyss überschwemmt worden. Auch im Berner Jura trat das Wasser da und dort über die Ufer; bei Corgémont stand eine Nebenstrasse unter Wasser.

In der Stadt Bern beobachteten die Einsatzkräfte aufmerksam den Pegelstand der Aare. Die Abflussmenge stieg bis am Abend auf 336 Kubikmeter pro Sekunde. Der Alarmwert liegt mit 400 Kubikmetern pro Sekunde zwar noch deutlich höher. Die Feuerwehr liess aber zunächst offen, ob sie am Abend Sperren anbringen werde.

Weite Teile des Kantons bekamen von Montagmittag bis Mittwochabend erhebliche Regenmengen ab, wie Meteonews mitteilte. Der Spitzenwert stammt aus Brienz mit 88,4 Litern pro Quadratmeter. Auf dem Napf waren es gut 83, auf dem Chasseral fast 75 Liter. Auch aus Adelboden und Meiringen wurden über 70 Liter gemeldet.

Am Abend sollte es nach den Erwartungen der Meteorologen noch etwas Regen geben, allerdings bei vergleichsweise kleinen Niederschlagsmengen. In der Nacht sollte es zunehmend abtrocknen. So werde sich die Situation in den Hochwassergebieten langsam entschärfen, teilte Meteonews mit.

Erdrutsche und verschüttete Strassen

Die starken Regenfälle führten auch in anderen Teilen der Schweiz zu Überschwemmungen, gefluteten Kellern und kleineren Erdrutschen. Bei der Kantonspolizei in den Kantonen Glarus und Schwyz gingen mehrere Dutzend Meldungen wegen überfluteter Strassen und Wassereinbrüchen in Häuser ein. In Siebnen SZ verschüttete am Mittwochmorgen ein Erdrutsch eine Strasse, wie die Kantonspolizei Schwyz mitteilte.

Sehr nass war es auch in anderen Regionen der Schweiz. So wurden laut SF Meteo im Engelbergertal OW und in den Waadtländer Alpen über 70 Liter Niederschlag gemessen. 50 bis 60 Liter fielen im Jura, in den Freiburger Alpen, im Zürcher Oberland sowie im Sarganserland und im Toggenburg. Die Zürcher Einsatzzentrale Schutz und Rettung verzeichnete am Mittwochmorgen innerhalb von drei Stunden rund 50 Feuerwehreinsätze. Einrücken mussten auch die Einsatzkräfte in den Kantonen St. Gallen, Baselland und Zug.

Rheinpegel steigt über Sicherheitslimite

Weil der anhaltende Regen den Rheinpegel über Sicherheitslimiten anschwellen liess, wurde die Schifffahrt auf dem Rhein in Basel am Mittwoch abschnittsweise gesperrt, wie die Schweizerischen Rheinhäfen mitteilten. Die Aufhebung der Sperre ist vor Donnerstag nicht zu erwarten.

Mitverantwortlich für die lokalen Überschwemmungen waren laut SF Meteo die hohen Temperaturen: Da die Schneefallgrenze bei 2400 bis 2900 Metern lag, floss praktisch der ganze Niederschlag ab, ohne dass sich Ablagerungen in Form von Schnee bilden konnten.

Am Mittwochabend lässt der Regen laut SF Meteo langsam nach. In der Nacht zum Donnerstag erwarten die Meteorologen eine kurzzeitige Beruhigung. Gegen Ende Woche dürfte es aber noch einmal kräftig regnen.

SDA/mw/wid/rub

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