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«Sie haben meinen Sohn getötet»

Der 27-jährige Tänzer, der durch die brasilianische Polizei ums Leben gekommen ist, wurde beigesetzt. Über 400 Menschen erwiesen ihm in Rio de Janeiro die letzte Ehre – und machten ihrem Ärger erneut Luft.

Die Mutter des getöteten Tänzers klagt die Polizei an. (24. April 2014)
Die Mutter des getöteten Tänzers klagt die Polizei an. (24. April 2014)
AFP
Ein Knabe wird von einem Freund, der ein T-Shirt mit dem Bild von Douglas Rafael da Silva Pereira trägt, getröstet. (24. April 2014)
Ein Knabe wird von einem Freund, der ein T-Shirt mit dem Bild von Douglas Rafael da Silva Pereira trägt, getröstet. (24. April 2014)
Keystone
Versuchen die Situation unter Kontrolle zu bringen: Polizisten mit geladenen Waffen an der Copacabana. (22. April 2014)
Versuchen die Situation unter Kontrolle zu bringen: Polizisten mit geladenen Waffen an der Copacabana. (22. April 2014)
AFP
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Zwei Tage nach den Unruhen bei der Copacabana in Rio de Janeiro ist unter grosser Anteilnahme der Tänzer beigesetzt worden, dessen Tod die Strassenschlachten ausgelöst hatte. Rund 400 Menschen erwiesen am Donnerstag Douglas Rafael da Silva Pereira die letzte Ehre.

Dabei mischte sich in die Trauer um den 27-Jährigen auch immer wieder Wut auf die brasilianischen Sicherheitskräfte. Teilnehmer skandierten «Polizei – Mörder» und forderten in Sprechchören «Gerechtigkeit». Die Mutter des 25-Jährigen rief mit Blick auf am Friedhof postierte Polizisten: «Sie haben meinen Sohn getötet.»

Tänzer geriet zwischen die Fronten

Der durch TV-Sendungen bekannte Tänzer – ein Idol für viele junge Slumbewohner – war nach Darstellung von Freunden in eine Schiesserei zwischen Drogendealern und Polizisten nahe der weltberühmten Copacabana geraten.

Er habe sich in einen Kinderhort geflüchtet, sei jedoch von den Sicherheitskräften aufgegriffen und zu Tode geprügelt worden. Die Polizei sprach hingegen von Hinweisen, der 25-Jährige sei nach einem Sturz gestorben.

Brasilien kommt nicht zur Ruhe

Der Tod des Tänzers hatte stundenlange Strassenschlachten mit der Polizei ausgelöst, bei denen ein 27-Jähriger erschossen wurde. Die Unruhen waren ein neuer, trauriger Höhepunkt der Proteste vor der Fussball-WM in Brasilien, die in sieben Wochen beginnt.

Schon im vergangenen Jahr war es zu monatelangen, teils gewaltsamen Demonstrationen gegen die Milliardenausgaben für die Infrastruktur gekommen, während grosse Bevölkerungsteile unter Armut und Gewalt leiden.

Zeigt das Leben eines Jugendlichen in den Armenvierteln von Rio de Janeiro: Der Film «Made in Brazil».

SDA/chk

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